Fund Manager Review Dezember 2023

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„All you had to do was stay“

Der Titel dieses Songs von Taylor Swift beschreibt das Marktgeschehen im Dezember treffend. Nach den starken Zuwächsen im Vormonat hätte man erwarten können, dass die Märkte eine Verschnaufpause einlegen würden, aber die positive Dynamik hielt bis zum Jahresende an. Als die US-Notenbank signalisierte, dass die Zinserhöhungen abgeschlossen sein sollten, legten die wichtigsten Aktienmärkte kräftig zu, während die Zinsen auf breiter Front sanken. Man wird das Gefühl nicht los, dass sich die Ereignisse überstürzen und sehr viele gute Nachrichten (6 Zinssenkungen durch die FED) eingepreist sind. Angesichts des Kursrutsches im Herbst, der uns doch etliche Kopfschmerzen bereitete, wollen wir uns aber nicht über die diesjährige ausgedehnte Weihnachtsrallye beschweren.

Der Tareno Global Water Solutions Fund erzielte eine Performance von +6.21% (W-Euro Tranche) und beendete das Jahr 2023 mit +13.14%.

 

Ein Blick in den Rückspiegel

Seit 2007 sind wir mit dem Anlagethema Wasser verbunden und haben dabei bemerkenswerte Veränderungen in der Branchenlandschaft beobachtet. Ein beständiges Element ist jedoch die ausgeprägte Dissonanz zwischen dem thematischen Enthusiasmus rund um Wasser und den pragmatischen Realitäten einer Branche, die zumeist aus zyklischen Unternehmen besteht, welche seit Jahrzenten am Markt sind. Das Personal an der Spitze dieser Unternehmen scheint oft erstaunt über die erheblichen Übertreibungen und überhöhten Einschätzungen zu sein, die von den Anlegern über die Wasserindustrie verbreitet werden.

Das Anlagethema Wasser unterliegt zyklischen Bewegungen, weshalb man sich auch hier mit seiner Einschätzung irren kann. Auch wir sind davor nicht gefeit. Wo haben wir uns im Jahr 2023 geirrt? Wir haben auf eine Outperformance der japanischen Unternehmen gesetzt. Sie werden im Vergleich zu ihren US-amerikanischen Konkurrenten zu sehr attraktiven Bewertungen gehandelt. Die von uns ausgewählten Unternehmen werden zudem durch fundamentale Faktoren unterstützt. Kurita Water, um nur ein Unternehmen zu nennen, ist ein wichtiger Anbieter von Reinstwasseranlagen, die für die Herstellung von Halbleitern unerlässlich sind. Der anhaltende Trend zum «Nearshoring» von Kapazitäten verschafft Kurita eine solide Ausgangsbasis für die Steigerung seiner Umsätze. Während sich dies in den Ergebnissen des Unternehmens widerspiegelte, überraschte uns das Ausmass der Yen-Schwäche (wir sichern die Währungen nicht ab). Die grösste negative Auswirkung auf die Performance hatte das Segment Landwirtschaft/Bewässerung. Wir haben die Auswirkungen der steigenden Zinsen in Kombination mit den sinkenden Rohstoffpreisen auf die Nachfrage nach Bewässerungssystemen unterschätzt. Wir haben unser Engagement deutlich reduziert, aber leider waren wir etwas zu spät.

Nun zu den guten Nachrichten: 2023 war ein schwieriges Jahr für Wasserversorgungs-unternehmen, insbesondere in den USA. Sie haben in der Regel ein hohes Beta zu den Zinssätzen und sehen ihre Kurse fallen, wenn die Renditen steigen. Es war richtig, US-Namen unter-zugewichten und uns auf überzeugendere Unternehmen wie Sabesp in Brasilien oder Veolia, ACEA und EVN AG (einer unserer besten Performer mit +73%) in Europa zu konzentrieren. Es war richtig, dass wir bei Firmen, welche Wassertechnologien in die Baubranche liefern, geduldig waren, auch wenn der Sektor in der zweiten Jahreshälfte unter Druck geriet. Dieses Segment hat im Jahr 2023 am stärksten zum Gesamtresultat beigetragen, wobei Namen wie Wienerberger, Pentair, Ferguson und Mueller Industries in Bezug auf den Beitrag die Spitzenposition einnahmen. Wenn die Fundamentaldaten stimmen, dann „muss man nur noch bleiben“. Mueller Industries ist ein Paradebeispiel für diesen Liedtext. Das Unternehmen wird mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8,5 gehandelt, verfügt über rund 9,- USD pro Aktie an Barmitteln in der Bilanz und verzeichnete dennoch von Juli bis Oktober einen Kursrückgang von 23%, um dann im Dezember ein neues Allzeithoch zu markieren.

 

Ausblick Wassermarkt 2024

Das Buch ist für ein weiteres Jahr geschlossen und das Jahr 2024 steht vor der Tür. Die Finanzmärkte werden immer mit einer gewissen Unsicherheit behaftet sein, aber das Bild, das sich für 2024 abzeichnet, scheint viel klarer zu sein als letztes Jahr um diese Zeit. Die Inflation kühlt sich ab, und es wird erwartet, dass die Zinssätze sinken werden. Es besteht die Chance, dass die USA nicht in eine lang anhaltende Rezession abgleiten, und obwohl die Geopolitik eindeutig ein Risiko darstellt, bin ich für den Markt im Allgemeinen optimistisch. Das Universum der Small- und Midcaps hat noch Spielraum, was eindeutig positiv ist, da in diesem Bereich die Wasseraktien spielen. Die Regulierung wird in diesem Jahr ein wichtiger Faktor sein. Die EPA hat sowohl in den USA als auch international eine Welle von Bemühungen ausgelöst, um die weit verbreitete Kontamination der Wasserversorgung mit PFAS-Stoffen zu bekämpfen. Dies wird ein günstiges Umfeld für Anbieter von Aktivkohlefiltern und Wasseraufbereitungssystemen schaffen. Da der Klimawandel weiterhin seinen Tribut fordert, wird es Investitionen in die Wasserinfrastruktur geben, um Leckagen zu reduzieren, Kanalisationsüberläufe zu verhindern und Regenwasser zu verwalten. Unsere Reise zur Aquatech in Amsterdam bestätigte, dass die KI dabei ist, sich in der Branche durchzusetzen.

Ein weiteres Thema, das immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist die Wiederverwendung von Wasser. Im Dezember hat Kalifornien einen wichtigen Meilenstein erreicht, indem es seine ersten Standards für die Umwandlung von Abwasser in Trinkwasser für den privaten und kommerziellen Gebrauch genehmigte. Dies bedeutet eine Abkehr von der derzeitigen Praxis, recyceltes Wasser in Grundwasserleiter zu leiten oder es für andere Zwecke als die Bewässerung zu verwenden. Bei einer Dürre fällt Abwasser an, und diese Quelle zur Verfügung zu haben, kann entscheidend sein. Wir sind vielleicht noch nicht so weit, aber die Wiederverwendung von Wasser erfordert hohe Investitionen in die Wassertechnologie.

Was die Sektoren betrifft, so könnte das Jahr 2024 ein Comeback für US-Versorgungs-unternehmen bringen, insbesondere wenn die Zinsen weiter sinken. Wir sehen uns derzeit Namen wie Essential Utilites und American Waterworks an, um Positionen aufzubauen. Schließlich könnten die Schwellenländer einen guten Einstiegspunkt bieten.

Wir glauben, dass den Wasserunternehmen im Jahr 2024 und darüber hinaus eine Reihe spannender Meilensteine bevorstehen.

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