Fund Manager Review Januar 2024

Die Aktienmärkte erlebten einen turbulenten Start ins Jahr 2024, und auch der Wassersektor war von zahlreichen Ereignissen geprägt. Im Januar kam es gleich zu mehreren Übernahmen und Fusionen. Mehr zu den Details und Hintergründen erfahren Sie in unserem Wasserfonds Bericht von Fondsmanager Stefan Schütz.

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«Warten auf Godot»

Nach der kräftigen Rallye in den letzten Monaten des Jahres 2023 legten die Aktienmärkte Anfang Januar eine Verschnaufpause ein, um dann aufgrund starker Gewinne im Technologiesektor und der Erwartung, dass die Federal Reserve zu Beginn des Jahres eine Zinssenkung (Godot?) ankündigen könnte, neue Höchststände zu erreichen. Diese Erwartungen wurden jedoch enttäuscht, als der FED-Vorsitzende Jerome Powell am 31. Januar einen vorsichtigeren Ausblick gab. Obwohl er Verbesserungen bei Beschäftigung und Inflation in Richtung eines günstigeren Gleichgewichts feststellte, bat er Didi und Gogo um Geduld. Eine Zinssenkung im März wird wahrscheinlich nicht das Hauptszenario sein.

Während die Märkte der Industrieländer positive Renditen erzielten (der japanische Topix-Index war im Januar der Markt mit der besten Performance), mussten die Schwellenländer starke Rückgänge hinnehmen, die durch den starken US-Dollar noch verstärkt wurden. An der Spitze des Abschwungs stand China mit einem Rückgang von 10%, womit das Land in diesem Monat den schlechtesten Wertzuwachs in Asien verzeichnete. Gegenwind besteht vor allem durch Deflation, geringes Verbrauchervertrauen und ein Überangebot im Immobiliensektor. Darüber hinaus hat das Ausbleiben einer nennenswerten Intervention der chinesischen Regierung die Anleger enttäuscht.

Der Tareno Global Water Solutions Fund verzeichnete eine Performance von -0.56% (W-Euro Tranche).

Unser Monat im Wasser: Gemischtes Bild der Sektoren

Betrachtet man die Regionen und Endmärkte in unserem Universum, so ergibt sich ein gemischtes Bild. Wie bei den breiteren Indizes war Japan die Region mit der besten Performance (vor allem Ebara und Kuraray), während die USA im Gegensatz zu den breiteren Indizes die Performance negativ beeinträchtigten. Der grösste Teil der Abwärtsbewegung kam von den US-Versorgungsunternehmen. Sie standen unter Verkaufsdruck (American States Water, American Waterworks), als die Zinsen wieder zu steigen begannen. Hier gibt es keine fundamentalen Gründe, sondern nur ein reines Momentum. Die starke Performance der europäischen Versorger (Veolia, ACEA, United Utilities und Severn Trent) wurde durch die schwache Performance im Baugewerbe mehr als ausgeglichen. Sika, Geberit, Georg Fischer und Aalberts mussten Rückschläge einstecken, da die Gewinne schwächer als erwartet ausfielen und damit die Konsenserwartungen gesunken sind.

Die Gewinnsaison begann spät im Januar, und die ersten Berichte brachten keine grossen Überraschungen. Die Aktien tendierten nach den Berichten mehrheitlich schwach, was angesichts der Entwicklung im vierten Quartal des vergangenen Jahres nicht unerwartet ist. Um nur ein Beispiel herauszugreifen: A.O. Smith, ein Anbieter von Boilern und Wasseraufbereitungssystemen für Haushalte. AOS ist aus verschiedenen Gründen eine der überzeugendsten Wachstumsgeschichten im Wasserbereich. Das Unternehmen erzielt 30% seiner Einnahmen in China. In Anbetracht der niedrigen Basis wird das China-Geschäft als wichtiger Joker für das Jahr 2024 angesehen. Nun, die Ergebnisse und der Ausblick waren nicht sonderlich inspirierend. Es gab etwas Gegenwind durch die Preissenkungen in den USA, was die Ergebnisse etwas schwach aussehen liess. Der Silberstreif am Horizont war jedoch ein Anstieg der Umsätze in China um 4,2% trotz beträchtlichen Gegenwinds durch den Wechselkurs. Trotz der positiven Entwicklung in China ist die Aktie seit der Veröffentlichung um etwa 5% gefallen.

Aus der Werkstatt

Fusionen und Übernahmen standen gleich zu Beginn des Jahres 2024 im Mittelpunkt des Interesses. Wir erhalten immer mehr Fragen zu den Auswirkungen von K.I. und Digitalisierung auf den Wasserbereich. Auch wenn wir keine Nvidia-ähnlichen Wachstumsaussichten erwarten, gewinnt das Thema an Dynamik. Angesichts der globalen Erwärmung und der Wasserknappheit, die eine echte Bedrohung darstellen, ist ein technologiegestütztes Management der Wasserressourcen das Gebot der Stunde.

Das Schweizer Unternehmen ABB hat die Übernahme des kanadischen Unternehmens Real Tech bekannt gegeben. Real Tech ist ein Anbieter von optischer Sensortechnologie, die die Überwachung und Prüfung von Wasser in Echtzeit ermöglicht. Bislang ist ABB ein Anbieter von Motoren und Steuerungen für Abwasserpumpen, hat sich aber nicht mit digitalem Wasser beschäftigt. Wir werden versuchen herauszufinden, ob dies einen neuen Schwerpunkt im Bereich Wasser darstellt.

Von grösserer Bedeutung für uns war die Übernahme des Hardware- und Softwaregeschäft für die Wasserüberwachung von Trimble durch Badger Meter. Der Betrag für die Übernahme wurde nicht genannt. Badger Meter ist ein 120 Jahre altes Unternehmen, das vor allem für seine Wasserzähler bekannt ist. Um das Jahr 2020 herum expandierte das Unternehmen über den Bereich der Zähler hinaus in den Bereich des digitalen Wassers (IOT, Software, Qualitätsüberwachung). Badger ist zwar nicht das einzige Messgeräteunternehmen, das solche Schritte unternimmt, aber es ist ein Vorzeigebeispiel für ein Unternehmen, das erfolgreich von Hardware auf Software umgestiegen ist – es wird mit einem „Tech-Multiple“ gehandelt und gilt als Vorbild für andere Unternehmen. Wir sind in Badger Meter investiert, da wir davon überzeugt sind, dass das Unternehmen eine überzeugende Wachstumsstory bleiben wird.

Es wurden nur geringfügige Anpassungen am Portfolio vorgenommen. Sobald die Gewinnsaison im Februar in vollem Gange ist, werden wir reichlich Gelegenheit zum Umschichten haben.

 

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Verantwortlich

Stefan Schütz
Head Equity Research
s.schuetz@tareno.ch

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