Industrie stützt, Zinsen belasten
Der Konflikt mit dem Iran und die hohen Ölpreise hielten die Inflationssorgen im September präsent. Die Renditen langfristiger Anleihen stiegen angesichts robuster Konjunkturdaten und anhaltender Sorgen um die öffentlichen Finanzen. Gestützt durch Technologieaktien zeigten sich die US-Aktienmärkte widerstandsfähiger als die europäischen Märkte, wo höhere Energie- und Finanzierungskosten die Stimmung belasteten. Die bevorstehende Berichtssaison könnte im Oktober möglicherweise eine kurzfristige Erholung auslösen, während die US-Zwischenwahlen einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor darstellen.
Entwicklungen im Wassersektor
Die industrielle Nachfrage blieb der wichtigste kurzfristige Wachstumstreiber des Wassersektors, unterstützt durch Investitionen in Rechenzentren und die zugehörige Infrastruktur. Davon profitierten vor allem Anbieter mit entsprechender Projektausrichtung. Bedenken zur Sicherheit künstlicher Intelligenz und eine mögliche Regulierung erhöhten die Unsicherheit über das Investitionstempo. Wir erwarten jedoch nicht, dass sie die grundlegende Dynamik bremsen. Im Bausektor bleiben die Aussichten durchzogen: Höhere langfristige Zinsen und Hypothekarkosten erschwerten die Finanzierung von Wohneigentum, und auch die Indikatoren für den gewerblichen Bau blieben verhalten. Dies belastete die Nachfrage nach Wassertechnik für Neubauten.
Landwirtschaft und Bewässerung zeigten ein gemischtes Bild. Steigende Agrarpreise verbesserten die Aussichten auf eine Erholung der Investitionen. Gleichzeitig schmälerten deutlich höhere Dieselkosten die Margen der Landwirtschaftsbetriebe, gerade als der Treibstoffverbrauch während der Herbsternte zunahm. In der kommunalen Wasser- und Abwasserversorgung deuteten Umfragen zu Investitionsbudgets auf mehrere Jahre mit moderaten Rückgängen hin, da öffentliche Förderprogramme ihrem Ende entgegengehen. Die Umfragen lassen jedoch eine schrittweise Verlangsamung statt eines abrupten Investitionseinbruchs erwarten. Steigende Wassertarife stützten die Finanzierungsmöglichkeiten etwas, doch höhere Zinsen blieben ein Hindernis. Die Aussichten unterscheiden sich damit erheblich zwischen den Endmärkten: Wachstumschancen in der Industrie stehen einer vorsichtigeren Investitionstätigkeit im Bau, in der Landwirtschaft und bei kommunaler Infrastruktur gegenüber.
Unternehmensnachrichten
Nachdem Arcadis die Übernahmevorschläge von WSP Global abgelehnt hatte, stellte das Unternehmen an seinem Kapitalmarkttag im September seine Pläne für eine eigenständige Zukunft vor. Das Management bekräftigte sein Bekenntnis zur eigenständigen Strategie und seine Überzeugung vom Wert des Unternehmens als eigenständiges Unternehmen. Die Strategie für 2027–2029 sieht den Verkauf des Grossteils des Architekturgeschäfts und der Aktivitäten in China, eine einfachere Organisation sowie höhere Investitionen in ausgewählte Wachstumsmärkte vor. Das Management strebt ein organisches Wachstum des Nettoumsatzes im mittleren einstelligen Prozentbereich und eine operative EBITDA-Marge im mittleren bis hohen Zehnerprozentbereich an. Wir halten weiterhin sowohl Arcadis als auch WSP im Portfolio.
Halma stärkte seine Aktivitäten im Bereich Wasserqualität durch die Übernahme von Pyxis, einem Spezialisten für Überwachungs- und Analysetechnologie. In seiner Mitteilung vom 24. September bestätigte der Konzern den Abschluss der Übernahme aller drei Pyxis-Gesellschaften. Die maximale Gegenleistung beträgt auf einer Basis ohne Barmittel und Schulden USD 200 Mio. Die Transaktion ergänzt Halma’s Kompetenzen bei der Überwachung und Analyse der Wasserqualität in Echtzeit.
Berichtssaison im Überblick
Core & Main meldete solide Ergebnisse für das zweite Quartal. Der Gewinn je Aktie wuchs schneller als der Umsatz, teilweise unterstützt durch Aktienrückkäufe. Die kommunale Nachfrage und grosse Infrastrukturprojekte blieben wichtige Stützen. Angesichts eines gemischten Nachfrageumfelds hielt das Management jedoch an seinem Jahresausblick fest. Halma hob seine Margenprognose für das Gesamtjahr an, unterstützt durch operative Verbesserungen und einen vorteilhaften Geschäftsmix. Die Erwartungen an das Umsatzwachstum blieben unverändert, während der Auftragseingang weiterhin über dem Umsatz und dem Vorjahresniveau lag. United Utilities bestätigte seine Finanzprognose und den planmässigen Fortschritt seines umfangreichen Infrastruktur-Investitionsprogramms. Die Mitteilung unterstrich die Planungssicherheit der Investitionen innerhalb des bestehenden Regulierungsrahmens.
Fondsperformance
Der Tareno Global Water Solutions Fund erzielte im September für die Anteilsklasse W‑EUR eine Rendite von −2,6%. Damit liegt die Wertentwicklung seit Jahresbeginn per 30. September bei +2,9%.
Sabesp (Companhia de Saneamento Básico do Estado de São Paulo) und Georg Fischer leisteten die grössten positiven Beiträge. Sabesp erholte sich von der Kursschwäche nach der Ergebnisveröffentlichung im August. Eine verbesserte Wasserverfügbarkeit könnte die Stimmung zusätzlich gestützt haben. Die fundamentalen Aussichten von Georg Fischer wurden weiterhin durch den hohen Auftragseingang in den Bereichen Halbleiteranwendungen und Wasserinfrastruktur gestützt, wie bereits in den Halbjahresergebnissen berichtet.
Die grössten negativen Beiträge kamen von den Versorgern American States Water und California Water Service, dem Umweltdienstleister Veolia sowie den Ausrüstungsanbietern Pentair und Advanced Drainage Systems. Nach unserer Einschätzung belasteten steigende langfristige Zinsen die kapitalintensiven Versorgungsunternehmen, während höhere Finanzierungskosten die baubezogene Nachfrage dämpften. Trotz des langfristigen Investitionsbedarfs im Wassersektor wirkten sich diese Belastungen auf verschiedene Teile des Portfolios aus.
Portfolioaktivität
Im September haben wir selektive Anpassungen am Portfolio vorgenommen. Wir bauten eine Position in Interpump auf. Überzeugt haben uns die Pumpen- und Fluidtechnik sowie die solide Profitabilität und Cashflow-Erwirtschaftung des breit aufgestellten Industrieunternehmens. Unsere Position in Essential Utilities stockten wir auf. Das regulierte Geschäft und die laufenden Infrastrukturinvestitionen erhöhen die Planbarkeit der Erträge und stärken die defensive Ausrichtung des Portfolios. Auch unsere Position in Franklin Electric haben wir erhöht, da wir die Wachstumsaussichten und die operative Entwicklung positiv beurteilen.
Wir reduzierten unsere Position in Core & Main. Trotz solider Quartalsergebnisse veranlassten uns der unveränderte Umsatzausblick und die Unsicherheit über die kurzfristige Nachfrage zu einer vorsichtigeren Positionierung.
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Publikationen
Tareno Wasserfonds
Verantwortlich
Stefan Schütz
Fund Manager
s.schuetz@tareno.ch
Haftungsausschluss
Dieses Dokument wurde zu Marketing- und Informationszwecken erstellt und stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Zeichnung oder zum Kauf bzw. Verkauf von Anteilen dieses Anlagefonds dar. Es stellt keine Anlageberatung dar. Massgeblich sind ausschliesslich die aktuellen Fondsdokumente (insbesondere Prospekt und KID). Die vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
Bilder: Marijke Vosmeer, Luzia Hunziker, Jürg Kaufmann, Istock, Unsplash / Grafiken: Tareno AG