Industrie stützt, Zinsen belasten

Die industri­elle Nachfrage stützt den Wasser­sektor, während höhere Zinsen die Versorger und den Bau belasten. Im Monats­be­richt September 2026 erläu­tern wir die Entwick­lung des Tareno Global Water Solutions Fund und die jüngsten Portfo­lio­an­pas­sungen.

Der Konflikt mit dem Iran und die hohen Ölpreise hielten die Infla­ti­ons­sorgen im September präsent. Die Renditen langfri­stiger Anleihen stiegen angesichts robuster Konjunk­tur­daten und anhal­tender Sorgen um die öffent­li­chen Finanzen. Gestützt durch Techno­lo­gie­ak­tien zeigten sich die US-Aktien­märkte wider­stands­fä­higer als die europäi­schen Märkte, wo höhere Energie- und Finan­zie­rungs­ko­sten die Stimmung belasteten. Die bevor­ste­hende Berichts­saison könnte im Oktober mögli­cher­weise eine kurzfri­stige Erholung auslösen, während die US-Zwischen­wahlen einen zusätz­li­chen Unsicher­heits­faktor darstellen.

Entwick­lungen im Wasser­sektor

Die industri­elle Nachfrage blieb der wichtigste kurzfri­stige Wachs­tums­treiber des Wasser­sek­tors, unter­stützt durch Investi­tionen in Rechen­zen­tren und die zugehö­rige Infra­struktur. Davon profi­tierten vor allem Anbieter mit entspre­chender Projekt­aus­rich­tung. Bedenken zur Sicher­heit künst­li­cher Intel­li­genz und eine mögliche Regulie­rung erhöhten die Unsicher­heit über das Investi­ti­ons­tempo. Wir erwarten jedoch nicht, dass sie die grund­le­gende Dynamik bremsen. Im Bausektor bleiben die Aussichten durch­zogen: Höhere langfri­stige Zinsen und Hypothe­kar­ko­sten erschwerten die Finan­zie­rung von Wohnei­gentum, und auch die Indika­toren für den gewerb­li­chen Bau blieben verhalten. Dies belastete die Nachfrage nach Wasser­technik für Neubauten.

Landwirt­schaft und Bewäs­se­rung zeigten ein gemischtes Bild. Steigende Agrar­preise verbes­serten die Aussichten auf eine Erholung der Investi­tionen. Gleich­zeitig schmä­lerten deutlich höhere Diesel­ko­sten die Margen der Landwirt­schafts­be­triebe, gerade als der Treib­stoff­ver­brauch während der Herbst­ernte zunahm. In der kommu­nalen Wasser- und Abwas­ser­ver­sor­gung deuteten Umfragen zu Investi­ti­ons­bud­gets auf mehrere Jahre mit moderaten Rückgängen hin, da öffent­liche Förder­pro­gramme ihrem Ende entge­gen­gehen. Die Umfragen lassen jedoch eine schritt­weise Verlang­sa­mung statt eines abrupten Investi­ti­ons­ein­bruchs erwarten. Steigende Wasser­ta­rife stützten die Finan­zie­rungs­mög­lich­keiten etwas, doch höhere Zinsen blieben ein Hindernis. Die Aussichten unter­scheiden sich damit erheb­lich zwischen den Endmärkten: Wachs­tums­chancen in der Industrie stehen einer vorsich­ti­geren Investi­ti­ons­tä­tig­keit im Bau, in der Landwirt­schaft und bei kommu­naler Infra­struktur gegen­über.

Unter­neh­mens­nach­richten

Nachdem Arcadis die Übernah­me­vor­schläge von WSP Global abgelehnt hatte, stellte das Unter­nehmen an seinem Kapital­markttag im September seine Pläne für eine eigen­stän­dige Zukunft vor. Das Manage­ment bekräf­tigte sein Bekenntnis zur eigen­stän­digen Strategie und seine Überzeu­gung vom Wert des Unter­neh­mens als eigen­stän­diges Unter­nehmen. Die Strategie für 2027–2029 sieht den Verkauf des Gross­teils des Archi­tek­tur­ge­schäfts und der Aktivi­täten in China, eine einfa­chere Organi­sa­tion sowie höhere Investi­tionen in ausge­wählte Wachs­tums­märkte vor. Das Manage­ment strebt ein organi­sches Wachstum des Netto­um­satzes im mittleren einstel­ligen Prozent­be­reich und eine opera­tive EBITDA-Marge im mittleren bis hohen Zehner­pro­zent­be­reich an. Wir halten weiterhin sowohl Arcadis als auch WSP im Portfolio.

Halma stärkte seine Aktivi­täten im Bereich Wasser­qua­lität durch die Übernahme von Pyxis, einem Spezia­li­sten für Überwa­chungs- und Analy­se­tech­no­logie. In seiner Mittei­lung vom 24. September bestä­tigte der Konzern den Abschluss der Übernahme aller drei Pyxis-Gesell­schaften. Die maximale Gegen­lei­stung beträgt auf einer Basis ohne Barmittel und Schulden USD 200 Mio. Die Trans­ak­tion ergänzt Halma’s Kompe­tenzen bei der Überwa­chung und Analyse der Wasser­qua­lität in Echtzeit.

Berichts­saison im Überblick

Core & Main meldete solide Ergeb­nisse für das zweite Quartal. Der Gewinn je Aktie wuchs schneller als der Umsatz, teilweise unter­stützt durch Aktien­rück­käufe. Die kommu­nale Nachfrage und grosse Infra­struk­tur­pro­jekte blieben wichtige Stützen. Angesichts eines gemischten Nachfra­ge­um­felds hielt das Manage­ment jedoch an seinem Jahres­aus­blick fest. Halma hob seine Margen­pro­gnose für das Gesamt­jahr an, unter­stützt durch opera­tive Verbes­se­rungen und einen vorteil­haften Geschäftsmix. Die Erwar­tungen an das Umsatz­wachstum blieben unver­än­dert, während der Auftrags­ein­gang weiterhin über dem Umsatz und dem Vorjah­res­ni­veau lag. United Utili­ties bestä­tigte seine Finanz­pro­gnose und den planmäs­sigen Fortschritt seines umfang­rei­chen Infra­struktur-Investi­ti­ons­pro­gramms. Die Mittei­lung unter­strich die Planungs­si­cher­heit der Investi­tionen inner­halb des bestehenden Regulie­rungs­rah­mens.

Fonds­per­for­mance

Der Tareno Global Water Solutions Fund erzielte im September für die Anteils­klasse W‑EUR eine Rendite von −2,6%. Damit liegt die Wertent­wick­lung seit Jahres­be­ginn per 30. September bei +2,9%.

Sabesp (Companhia de Sanea­mento Básico do Estado de São Paulo) und Georg Fischer leisteten die grössten positiven Beiträge. Sabesp erholte sich von der Kursschwäche nach der Ergeb­nis­ver­öf­fent­li­chung im August. Eine verbes­serte Wasser­ver­füg­bar­keit könnte die Stimmung zusätz­lich gestützt haben. Die funda­men­talen Aussichten von Georg Fischer wurden weiterhin durch den hohen Auftrags­ein­gang in den Berei­chen Halblei­ter­an­wen­dungen und Wasser­in­fra­struktur gestützt, wie bereits in den Halbjah­res­er­geb­nissen berichtet.

Die grössten negativen Beiträge kamen von den Versor­gern American States Water und California Water Service, dem Umwelt­dienst­lei­ster Veolia sowie den Ausrü­stungs­an­bie­tern Pentair und Advanced Drainage Systems. Nach unserer Einschät­zung belasteten steigende langfri­stige Zinsen die kapital­in­ten­siven Versor­gungs­un­ter­nehmen, während höhere Finan­zie­rungs­ko­sten die baube­zo­gene Nachfrage dämpften. Trotz des langfri­stigen Investi­ti­ons­be­darfs im Wasser­sektor wirkten sich diese Belastungen auf verschie­dene Teile des Portfo­lios aus.

Portfo­lio­ak­ti­vität

Im September haben wir selek­tive Anpas­sungen am Portfolio vorge­nommen. Wir bauten eine Position in Inter­pump auf. Überzeugt haben uns die Pumpen- und Fluid­technik sowie die solide Profi­ta­bi­lität und Cashflow-Erwirt­schaf­tung des breit aufge­stellten Industrie­un­ter­neh­mens. Unsere Position in Essen­tial Utili­ties stockten wir auf. Das regulierte Geschäft und die laufenden Infra­struk­tur­in­ve­sti­tionen erhöhen die Planbar­keit der Erträge und stärken die defen­sive Ausrich­tung des Portfo­lios. Auch unsere Position in Franklin Electric haben wir erhöht, da wir die Wachs­tums­aus­sichten und die opera­tive Entwick­lung positiv beurteilen.

Wir reduzierten unsere Position in Core & Main. Trotz solider Quartals­er­geb­nisse veran­lassten uns der unver­än­derte Umsatz­aus­blick und die Unsicher­heit über die kurzfri­stige Nachfrage zu einer vorsich­ti­geren Positio­nie­rung.

 

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Tareno Wasser­fonds

Verant­wort­lich

Stefan Schütz
Fund Manager
s.​schuetz@​tareno.​ch

Haftungs­aus­schluss

Dieses Dokument wurde zu Marke­ting- und Infor­ma­ti­ons­zwecken erstellt und stellt weder ein Angebot noch eine Auffor­de­rung zur Zeich­nung oder zum Kauf bzw. Verkauf von Anteilen dieses Anlage­fonds dar. Es stellt keine Anlage­be­ra­tung dar. Massgeb­lich sind ausschliess­lich die aktuellen Fonds­do­ku­mente (insbe­son­dere Prospekt und KID). Die vergan­gene Wertent­wick­lung ist kein verläss­li­cher Indikator für zukünf­tige Ergeb­nisse.

Bilder: Marijke Vosmeer, Luzia Hunziker, Jürg Kaufmann, Istock, Unsplash / Grafiken: Tareno AG