Globale Aktien­märkte im ersten Quartal: US-Unsicher­heit und europäi­sches Wasser­in­vest­ment

Das erste Quartal 2025 war von Turbu­lenzen geprägt. In unserem neuesten Fonds­be­richt erläu­tert Stefan Schütz, wie der Wasser­sektor und unser Wasser­fonds diese unruhigen Markt­phasen gemei­stert haben.

März 2025

Vorsicht vor den Iden des März: Markt­über­le­gungen zum 1. Quartal 2025

Die Aktien­märkte durch­lebten ein turbu­lentes erstes Quartal, das von starken regio­nalen Unter­schieden geprägt war. Während US-Aktien angesichts zuneh­mender politi­scher Unsicher­heit und drohender Zölle an Schwung verloren, verzeich­neten die europäi­schen und japani­schen Märkte ein erneutes Anleger­inter­esse.

In den USA ist der Optimismus von Ende 2024 der Unsicher­heit gewichen. Die Rückkehr von Donald Trump auf die politi­sche Bühne hat zu einer konfron­ta­ti­veren Politik geführt, wobei Zölle auf wichtige Importe die Angst vor einem mögli­chen Handels­krieg schüren. Dies, in Kombi­na­tion mit der Sorge vor einer Stagfla­tion, hat dazu geführt, dass Investoren aus wachs­tums­starken Titeln aussteigen und in defen­si­vere, wertori­en­tierte Segmente investieren. Die Volati­lität stieg im März sprung­haft an, da wechselnde Signale aus Washington die Märkte verun­si­cherten. Die Federal Reserve hielt die Zinssätze stabil und signa­li­sierte damit eine erhöhte Vorsicht angesichts schwä­cherer Investi­ti­ons­ab­sichten und erhöhter geopo­li­ti­scher Risiken.

Im Gegen­satz dazu hat Europa einen überra­schenden Aufschwung erlebt. Ein histo­ri­scher Schwenk in der Finanz­po­litik – insbe­son­dere das 500 Milli­arden Euro schwere Infra­struk­tur­paket Deutsch­lands und die erhöhten Vertei­di­gungs­aus­gaben – haben die Wachs­tums­er­war­tungen wieder­be­lebt. Europäi­sche Aktien, die lange Zeit im Schatten ihrer US-ameri­ka­ni­schen Pendants standen, erfreuen sich dank attrak­tiver Bewer­tungen und eines stärkeren Euro wieder grösserer Beliebt­heit. Die Stimmung der Anleger wurde durch den unter­stüt­zenden Ton und die Zinssen­kungen der Europäi­schen Zentral­bank weiter angekur­belt.

Auch Japan profi­tierte von einer Umschich­tung von Kapital, trotz des Gegen­winds durch einen erstar­kenden Yen. Die vorsich­tige Norma­li­sie­rung der Politik der Bank of Japan hat die Liqui­di­täts­be­din­gungen günstig gehalten.

China bleibt ein Unsicher­heits­faktor. Während es Anfang 2025 Anzei­chen für eine Stabi­li­sie­rung gab, trüben geopo­li­ti­sche Spannungen und anhal­tende Zweifel an der Dauer­haf­tig­keit der politi­schen Unter­stüt­zung weiterhin die Aussichten – insbe­son­dere für export­ori­en­tierte Volks­wirt­schaften wie Europa.

Der Tareno Global Water Solutions-Fonds verzeich­nete im März eine Perfor­mance von

-3.69% und im ersten Quartal von ‑3.48% (W‑Euro Tranche).

Unser Monat im Wasser: Wachstum trotz Volati­lität und geopo­li­ti­scher Heraus­for­de­rungen

Die Volati­lität nahm in den letzten Wochen des Quartals zu, was sich auch auf das Wasser­uni­versum auswirkte. Trotz der geopo­li­ti­schen Turbu­lenzen sieht das funda­men­tale Bild immer noch gut aus. Die Investi­tionen in die Wasser­in­fra­struktur boomen weiterhin. Der Januar war der 35. von 36 Monaten mit einem zweistel­ligen Wachstum gegen­über dem Vorjahr in den USA, angetrieben durch staat­liche Konjunk­tur­pro­gramme wie ARPA. Unter­dessen bleibt die Industrie­pro­duk­tion stark, angetrieben durch vorge­zo­gene Käufe, da die Hersteller sich beeilen, kriti­sche Kompo­nenten vor den erwar­teten Zöllen zu sichern. Auch in Europa ist endlich ein Hauch von Verän­de­rung zu spüren, mit einem Vorstoss zu mehr Wettbe­werbs­fä­hig­keit und Infra­struk­tur­in­ve­sti­tionen.

Wir hatten im März die Gelegen­heit, uns mit mehreren Unter­nehmen zu treffen, und sind davon überzeugt, dass die Geschäfts­mo­delle unserer Unter­nehmen so aufge­baut sind, dass sie kurzfri­stigen Gegen­wind überstehen.

Tetra Tech

Trotz anfäng­li­cher Bedenken hinsicht­lich der Schlie­ßung von USAID hat sich Tetra Tech eindrucks­voll stabi­li­siert. Das Manage­ment verteilt seine Ingenieure proaktiv auf margen­starke Wachs­tums­be­reiche in verschie­denen Wirtschafts­sek­toren wie Chemie, Pharma und Luft- und Raumfahrt. Das Unter­nehmen sicherte sich über 650 Millionen US-Dollar an neuen Bundes­auf­trägen und zeigt damit, dass es auch in einem schlan­keren Regie­rungs­um­feld ein zuver­läs­siger Partner bleibt.

Mueller Industries

Wir verliessen unser Treffen mit Mueller Industries optimi­stisch. Solide Preis­macht und robuste Margen stützen unseren positiven Ausblick. Mit fast 1,1 Milli­arden US-Dollar in bar ist Mueller gut positio­niert, um strate­gi­sche Akqui­si­tionen zu tätigen oder Kapital an die Aktio­näre zurück­zu­geben, was dem Unter­nehmen in einem volatilen makro­öko­no­mi­schen Umfeld eine benei­dens­werte Flexi­bi­lität verleiht.

Georg Fischer

Der hohe Lokali­sie­rungs­grad von GF (92 % des US-Umsatzes werden vor Ort produ­ziert) schützt das Unter­nehmen vor Zöllen. Die unmit­tel­baren Vorteile des deutschen Konjunk­tur­pa­kets sind zwar begrenzt, dürften aber die Stimmung verbes­sern. KI-Anwen­dungen dürften an strate­gi­scher Bedeu­tung gewinnen, insbe­son­dere im Bereich «flow manage­ment» in Gebäuden und in der Industrie.

SIKA

SIKA kommt dank seines weitge­hend lokalen Produk­ti­ons­mo­dells gut mit der Unsicher­heit zurecht. Während Zölle und die Infla­tion in der automo­bil­be­zo­genen Liefer­kette indirekte Heraus­for­de­rungen darstellen, investiert das Unter­nehmen weiterhin in digitale Innova­tionen und KI-Tools, um die Produk­ti­vität zu steigern. Der deutsche Infra­struk­tur­fonds könnte mittel­fri­stig einen Aufwärts­trend bieten.

Sulzer

Sulzer bestä­tigte seine Ziele für 2025 mit Zuver­sicht und erwartet ein Umsatz­wachstum von 5% – 8% und EBITDA-Margen von über 15%. Preis­macht und starke Produk­ti­ons­ka­pa­zi­täten in den USA – insbe­son­dere bei Pumpen und Turbo­dienst­lei­stungen – verschaffen dem Unter­nehmen eine hervor­ra­gende Position. Verzö­gerte Chemtech-Aufträge könnten im zweiten Halbjahr für Aufwärts­po­ten­zial sorgen.

Geberit

Geberit verzeich­nete Anfang 2025 ein ermuti­gendes Umsatz­wachstum, das durch erfolg­reiche Preis­er­hö­hungen unter­stützt wurde. Es bleibt gegen­über Zöllen wider­stands­fähig, wobei KI-Initia­tiven die betrieb­liche Effizienz verbes­sern. Die Erholung des deutschen Bausek­tors ist ein gutes Zeichen, und Frühin­di­ka­toren deuten auf eine wachsende Nachfrage nach Sanitär­lö­sungen in ganz Europa hin.

Politik und Strategie: Wasser zeigt sich wider­stands­fähig

Trotz der schlag­zei­len­träch­tigen Massnahmen der US-Regie­rung – Schlies­sung von USAID, Erhöhung der Zölle und Kürzung der Regie­rungs­bud­gets – bleibt der Wasser­sektor weitge­hend unberührt. Die Deregu­lie­rung im Umwelt­be­reich unter der neuen EPA-Chefin Lee Zeldin fällt moderat aus, mit minimalen Änderungen der Kernstan­dards im Wasser­be­reich. Die Infra­struk­tur­fi­nan­zie­rung (z.B. ARPA, IIJA) bleibt intakt und bietet eine stabile Grund­lage für Projekte der öffent­li­chen Hand. Obwohl Handels­span­nungen zu höheren Input­ko­sten führen können, entscheiden sich die meisten Produ­zenten dafür, die Preise weiter­zu­geben, anstatt die Produk­tion zu verla­gern. Für Investoren ist die Botschaft klar: Wasser bleibt ein absolut zentrales Thema – auch wenn Washington wackelt.

 

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Bilder: Jürg Kaufmann, Lucia Hunziker, Marijke Vosmeer