Wasser­sektor bleibt stabil – Chancen trotz globaler Unsicher­heiten

Trotz geopo­li­ti­scher Spannungen und Markt­tur­bu­lenzen blieb der Wasser­sektor im Juni stabil. Unser aktueller Fonds­be­richt zeigt, welche regula­to­ri­schen Entwick­lungen und Unter­nehmen im Fokus stehen – und wo sich neue Chancen eröffnen.

„Standing Strong“ – Aktien trotzen den Turbu­lenzen

Der Juni brachte einiges an Unruhe an den Märkten. Während sinkende Infla­tion und robuste Arbeits­märkte in den USA und Europa für etwas Stabi­lität sorgten, blieb der Ausblick der Noten­banken – allen voran der Fed – unklar. Chinas durch­wach­sene Konjunk­tur­si­gnale belasteten die Stimmung zusätz­lich und dämpften Rohstoff­preise sowie Schwel­len­länder. Ein 90-tägiger Waffen­still­stand im US-chine­si­schen Zollkon­flikt hellte die Stimmung kurzfri­stig auf, doch Zweifel an der Nachhal­tig­keit blieben. Der eskalie­rende Iran-Israel-Konflikt sorgte für eine Flucht in sichere Häfen wie Gold und US-Staats­an­leihen.

Trotz aller Heraus­for­de­rungen blieben die Aktien­märkte jedoch stabil und gerieten nicht unter nennens­werten Verkaufs­druck.

Der Tareno Global Water Solutions Fund erzielte eine Perfor­mance von ‑0.57% (W‑EUR) im Juni.

Die Perfor­mance

So hat sich der Tareno Global Water Solutions Fund seit seiner Auflage entwickelt. Rendite seit Fonds­auf­le­gung kumuliert per 30.06.2025:

Quelle: Tareno Asset Management 
Hinweis: Fondsauflegung: 10. September 2007. Die frühere Wertentwicklung lässt nicht auf künftige Ergebnisse schliessen. Die dargestellte Performance lässt sämtlich erhobene Kommissionen und Kosten unberücksichtigt.

Regulie­rung im Fokus: Rechen­zen­tren, PFAS & Europas Zeitfen­ster

In Europa forderte die EU die Mitglied­staaten auf, Wasser­pro­jekte, die aus der 2026 auslau­fenden Aufbau­hilfe finan­ziert werden, zu beschleu­nigen. Trotz zuneh­mender Dürren und Infra­struk­tur­be­darf fliessen derzeit nur etwa 3% der Aufbau­hil­fe­gelder in den Wasser­sektor. Spanien und Zypern gehören zu den wenigen Ländern, die ihre Bemühungen voran­treiben.

In den USA wurde das PERMIT-Gesetz im Kongress voran­ge­trieben. Es zielt darauf ab, die Auflagen des Clean Water Act für Infra­struk­tur­pro­jekte zu lockern. Unter­dessen streiten Bundes­staaten wie Virginia über den Wasser­ver­brauch von Rechen­zen­tren. Erste Bezirke verlangen nun von den Betrei­bern einen formellen Nachweis durch ein Versor­gungs­un­ter­nehmen, dass genügend Wasser zur Verfü­gung steht – ein Zeichen dafür, dass die lokalen Behörden dort eingreifen, wo die Bundes­vor­schriften hinter­her­hinken.

Auch PFAS bleibt Topthema: Die von der EPA geplanten Grenz­werte geben Impulse für Innova­tionen: Veolia hat beispiels­weise sein Drop®-System zur nahezu vollstän­digen Zerstö­rung von PFAS vorge­stellt – eine Techno­logie, die eine zentrale Rolle in Sanie­rungs­stra­te­gien spielen könnte.

In Japan zielt ein neuer Infra­struk­tur­plan in Höhe von 20 Billionen Yen auf die Verbes­se­rung der Wasser-Resilienz nach den viel beach­teten Versor­gungs­aus­fällen und Überschwem­mungen ab. Weltweit wird Wasser-Infra­struktur zur Top-Priorität – und zum Investi­ti­ons­thema.

Kommu­naler Sektor im Aufschwung, Industrie gemischt, Landwirt­schaft unter Druck

Die kommu­nale Nachfrage ist weiterhin stabil. Wasser­ver­sorger melden stetige Investi­tionen in die Moder­ni­sie­rung der Distri­bu­tion und der Aufbe­rei­tung. Infra­struk­tur­pro­jekte stützen die Nachfrage zusätz­lich.

Die Nachfrage aus der Industrie ist unein­heit­lich. Während Rechen­zen­tren und Halblei­ter­fa­briken ein stark wachsender Markt für Wasser­tech­no­lo­gien sind, befindet sich die Ferti­gungs­in­du­strie insge­samt in einer Phase zurück­hal­tender Investi­tionen.

Der Markt für Wasser­tech­no­lo­gien im Bausektor (z. B. Rohrlei­tungen, Kläran­lagen) hält sich stabil. Der tradi­tio­nelle Wohnungsbau und der Markt für gewerb­liche Sanitär­an­lagen zeigen jedoch Schwä­chen.

Der Markt für Bewäs­se­rungs-Techno­lo­gien ist schwach. Die Maispreise in den USA sind gefallen, und die Landwirte halten sich mit Investi­tionen in Maschinen zurück.

Unter­neh­men­shigh­lights: Veralto, GF, Webuild, Xylem und mehr

  • Veralto (Hach, Trojan) glänzt mit Geräten zur Quali­täts­ana­lyse und UV-Filtra­tion. Kürzlich hat der Staat Texas ein strenges Gesetz zur Kennzeich­nung von Lebens­mit­teln (SB25) verab­schiedet, das das Produkt­iden­ti­fi­ka­ti­ons­ge­schäft von Veralto wahrschein­lich ankur­beln wird.
  • Xylem ist führend bei der Instal­la­tion von PFAS-Behand­lungs­an­lagen und erwei­tert sein digitales Angebot durch KI-basierte Systeme zur Erken­nung von Leckage.
  • Veolia beein­druckte mit seiner Drop®-Reaktortechnologie zur PFAS-Zerstö­rung und eröff­nete eine der grössten PFAS-Behand­lungs­an­lagen der USA.
  • Georg Fischer hat auf dem Weg zu einem reines Flow-Lösungs­un­ter­nehmen einen wichtigen Schritt getan. Der Verkauf seiner Werkzeug­ma­schi­nen­sparte wurde Ende Juni abgeschlossen.
  • Webuild/Fisia hat in Buenos Aires das grösste Abwas­ser­pro­jekt Latein­ame­rikas gestartet, das Wasser für mehr als 4 Millionen Menschen aufbe­reitet – ein eindrucks­voller Beweis für die Positio­nie­rung des Unter­neh­mens im Wasser­sektor.
  • Itron (+11% im Juni) sieht hohe Nachfrage nach seinen Zähler­sy­stemen von Seiten der Versorger. Die Aktie profi­terte zudem von positiven Kommen­taren durch Analy­sten.

Fazit: Stabil positio­niert für kommende Markt­chancen

Der Sommer hat erst begonnen und bereits hören wir in Europa von Engpässen in der Versor­gung und durch Wasser­knapp­heit beein­flusste Infra­struktur. Wir haben die gute Markt­ent­wick­lung der letzten Wochen genutzt, um das Portfolio etwas defen­siver auszu­richten. Die im Juli begin­nende Berichts­saison dürfte für Volati­lität sorgen und bestimmt die eine oder andere Kaufge­le­gen­heit bieten. Aus diesem Grund fühlen wir uns aktuell mit einem etwas höheren Cash-Bestand wohl.

 

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Stefan Schütz
Fund Manager
s.​schuetz@​tareno.​ch

 

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Bilder: Jürg Kaufmann, Lucia Hunziker, Marijke Vosmeer