Tareno View Juli 2025
Veröffentlicht: 09.07.2025
Mit zukunftsorientierter Allokation zum Anlageerfolg
Das zweite Quartal 2025 hat Anlegern einmal mehr vor Augen geführt, wie schnell sich wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen ändern können und wie entscheidend dabei eine sorgfältige Vermögensallokation ist. Trotz anfänglicher Unsicherheiten durch erneute US-Zolldiskussionen zeigten sich die globalen Märkte bemerkenswert widerstandsfähig und erreichten rasch neue Höchststände.
Diese Entwicklung bestätigt unsere Überzeugung von einer ausgewogenen, zukunftsorientierten und dynamischen Vermögensallokation. Gerade in einer Welt, die von politischen Unwägbarkeiten und raschen technologischen Veränderungen geprägt ist, zahlt sich eine Strategie aus, die breit diversifiziert ist und gleichzeitig flexibel auf Marktentwicklungen reagieren kann. Mit unserer jüngsten Investition in die innovative und agile Aktienstrategie „Hawk-Eye“ tragen wir dieser Anlagepolitik nun noch stärker Rechnung.
Makroökonomisches Umfeld
US-Regierung stösst an Grenzen
Das amerikanische Zolltheater mag unnötig und ermüdend erscheinen, doch es hat auch positive Nebenwirkungen: Regierungen, Unternehmen und Investoren hinterfragen zunehmend ihre Klumpenrisiken und wirtschaftlichen Abhängigkeiten. Europa erhält dadurch zusätzliche Impulse für überfällige Strukturreformen. Gleichzeitig beweisen Wirtschaft und Finanzmärkte einmal mehr ihre Robustheit und ihre Korrekturkraft gegenüber fehlgeleiteter Politik. Die US-Regierung musste schnell erkennen, dass sich globale Lieferketten nicht kurzfristig umbauen lassen und dass eine unverantwortliche Finanzpolitik unmittelbar durch höhere Kreditkosten bestraft wird.
So ist es nicht verwunderlich, dass der US-Präsident die angekündigten «reziproken» Zölle schnell wieder zurücknehmen musste. Der effektive US-Zollsatz wurde von den ursprünglich angekündigten 25 % auf rund 15 % gesenkt, bestehend aus Basiszöllen für alle Länder und Sonderzöllen für China und ausgewählte Industrien. Wir gehen davon aus, dass sich die Zölle auf diesem Niveau stabilisieren werden. Dies dürfte zwar negative, jedoch begrenzte Auswirkungen auf die Wirtschaft haben, was sich auch in den Prognosen für 2025 widerspiegelt.
Ironischerweise belasten die Handelsbeschränkungen die US-Wirtschaft am stärksten: Das Wachstum dürfte um rund 1% zurückgehen, während gleichzeitig der Inflationsdruck wieder zunimmt. Die tatsächlichen Auswirkungen dürften sich in den kommenden Monaten zeigen, wenn die Unternehmen ihre vorsorglich aufgestockten Importbestände abgebaut haben.
Marktkommentar
Starke Märkte trotz Zöllen
Der kurzzeitige Zollschock Anfang April konnte die Finanzmärkte nur kurzfristig verunsichern. Bereits einen Monat später hatten sich die Märkte wieder vollständig erholt und bewegen sich derzeit auf neuen Höchstständen. Die Widerstandsfähigkeit der Aktienmärkte ist gut begründet, da sich fundamentale Treiber wie die Unternehmensgewinne als robust erweisen.
Trotz der Zollproblematik wird in allen wichtigen Regionen über die nächsten 12 Monate ein Gewinnwachstum erwartet (USA +7%, Europa +1%, Schweiz +9%, Emerging Markets +14%). Die Gewinnentwicklung der letzten Jahre zeigt eindrücklich, wie gut die Unternehmen mit Unsicherheiten umgehen können.
Aus Sicht von CHF- und EUR-Investoren relativiert sich diese positive Entwicklung jedoch deutlich, da der US-Dollar seit Jahresbeginn gegenüber diesen Währungen um 12% abgewertet hat.
Diese deutliche Abwertung kommt nicht überraschend: Der USD war zu Jahresbeginn deutlich überbewertet, gestützt durch Kapitalzuflüsse aufgrund attraktiver Renditen. Es fehlte nur noch ein Katalysator, und das war die unberechenbare US-Politik. Mit ihr verlor der Dollar an Glanz und Vertrauen. Die Rolle des US-Dollars als Rückgrat des Weltfinanzsystems wird zunehmend in Frage gestellt. Eine brauchbare Alternative ist derzeit aber nicht in Sicht. Dennoch werden globale Investoren und Regierungen versuchen, ihre Abhängigkeit zu reduzieren. Mittelfristig erwarten wir daher eine weitere Abschwächung des US-Dollars in Richtung Kaufkraftparität.
Aus kurzfristiger Sicht erscheint uns die USD-Schwäche jedoch übertrieben. In Kombination mit den hohen Absicherungskosten von derzeit 4.5% p.a. haben wir deshalb unsere Währungsabsicherungsquote in den CHF-Portfolios von 50% auf 40% reduziert.
Anlagepolitik
Asset Allocation weitergedacht
Die politischen Überraschungen und die divergierenden Marktentwicklungen im ersten Halbjahr 2025, bestärken uns einmal mehr in unserer Anlagepolitik, die auf einer ausgewogenen, zukunftsorientierten und dynamischen Asset Allocation basiert.
Ausgewogen.
Viele Anleger orientieren sich zu stark an suboptimalen Indizes und gehen damit ungewollt hohe Klumpenrisiken ein. So ist beispielsweise der globale Aktienmarktindex US- und technologielastig, während der Schweizer Aktienmarktindex stark von wenigen Titeln dominiert wird und Sektoren wie Technologie, Rohstoffe und Energie fehlen. Ein effizientes Risikomanagement erfordert hingegen eine echte Diversifikation über Währungen, Regionen, Sektoren, Anlagestile und Anlageklassen hinweg.
Zukunftsorientiert.
Die Vermögensverwaltungsbranche stützt sich bei der strategischen Allokation traditionell vor allem auf historische Rendite- und Risikokennzahlen. Der Nachteil dieses Ansatzes besteht darin, dass sich die Investitionen hauptsächlich auf die Gewinner der Vergangenheit konzentrieren und wichtige Veränderungen und Trends in der Anlagewelt oft übersehen werden. So ist zu beobachten, dass Portfolios nach einer längeren Aufwertungsphase des USD ungewollt immer stärker auf die US-Währung ausgerichtet sind oder weiterhin in CHF-Obligationen investiert sind, obwohl diese bei Negativzinsen kaum noch Erträge abwerfen.
Eine zukunftsgerichtete und erfolgreiche Asset Allocation basiert hingegen auf prognostizierten Renditen und Risiken. Diese Kennzahlen lassen sich zwar nicht direkt beobachten, sondern müssen sorgfältig geschätzt werden, aber gerade dieser anspruchsvolle Ansatz verspricht den entscheidenden Mehrwert. Nur mit einer solchen vorausschauenden Strategie können Investoren frühzeitig in neue Anlageklassen wie Bitcoin und aufstrebende Branchen wie Cybersicherheit investieren.
Dynamisch.
Finanzmärkte neigen zu Übertreibungen und Regimewechseln, die Portfolioanpassungen erforderlich machen. Eine rein statische Allokation wäre daher zu unflexibel und ineffizient. Gleichzeitig sind häufige taktische Umschichtungen in Erwartung kurzfristiger Marktbewegungen meist wenig erfolgversprechend und verursachen oft hohe Kosten bei überschaubaren oder gar negativen Erträgen. Unser Ansatz ist daher bewusst dynamisch mit einem mittelfristigen Horizont von einigen Jahren. In der Praxis bedeutet dies, dass wir antizyklisch auf kurzfristige Übertreibungen reagieren, neue Technologien und langfristige wirtschaftliche Veränderungen identifizieren und die Allokation kontinuierlich und überlegt an das Anlageumfeld anpassen. Da sich der Fokus der Finanzmärkte schnell von einem Thema auf ein anderes verlagern kann, ist auch Agilität gefragt. Diese haben wir kürzlich durch die Aufnahme unseres «Hawk-Eye» in unsere Portfolios weiter erhöht. Diese innovative Aktienstrategie identifiziert seit Anfang 2023 sehr erfolgreich globale Trends und die Gewinner von morgen.
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