Finanz­markt 2025: Wasser­sektor und globale Wirtschaft mit Dynamik gestartet

Entdecken Sie, wie die globalen Aktien­märkte das Jahr 2025 begonnen haben, mit beson­derem Fokus auf die dynami­schen Entwick­lungen in Europa und den USA. Im neusten Monats­be­richt erfahren Sie mehr über die Auswir­kungen von Infla­tion, techno­lo­gi­schen Disrup­tionen und inter­na­tio­nalen Handels­span­nungen auf die Finanz­märkte und den Wasser­sektor.

Januar 2025

Licht und Schatten: Turbu­lenter Start für die Aktien­märkte

Das Jahr 2025 startete positiv für die globalen Aktien­märkte, wobei Europa die USA übertraf. Volati­lität prägte den Januar, beein­flusst durch Infla­ti­ons­sorgen, KI-Disrup­tionen und neue Handels­span­nungen.

Zu Monats­be­ginn sorgten starke Wirtschafts­daten und anhal­tende Infla­tion für Zweifel an schnellen Zinssen­kungen durch die Fed, die statt­dessen ein moderates Vorgehen signa­li­sierte. DeepSeek’s neues KI-Modell löste Mitte Januar einen Tech-Abver­kauf aus und gegen Monats­ende belasteten Trumps neue Zölle auf Kanada, Mexiko und China die Märkte.

Während japani­sche Aktien nach einer BOJ-Zinser­hö­hung einen schwa­chen Start hatten, schloss der TOPIX dennoch leicht im Plus. Europas Märkte profi­tierten von einer Rotation aus US-Tech in Finanz- und Gesund­heits­werte. Die Fed hielt den Leitzins bei 4,25%–4,5%, während die EZB ihn auf 2,75% senkte.

Der Tareno Global Water Solutions Fund verzeich­nete im Berichts­monat eine Perfor­mance von +1.47% (W‑EUR Tranche).

Fünf wichtige Themen für 2025

Infla­tion vs. Defla­tion: Ein Balan­ceakt für Investoren

Die Anleger sind hin- und herge­rissen zwischen der Sorge um eine steigende Infla­tion und der Furcht vor einer Defla­tion in bestimmten Sektoren. Während die Gesamt­in­fla­tion hartnäckig hoch bleibt, sind die Aktien­kurse einiger Hersteller und Vertreiber von rohstoff­ba­sierten Produkten aufgrund des defla­tio­nären Drucks gefallen. Unter­nehmen wie Core&Main und Advanced Drainage Systems haben mit dem Preis­ver­fall auf ihren Märkten zu kämpfen. Angesichts der aktuellen Geld- und Finanz­po­litik wird die Infla­tion jedoch wahrschein­lich über 2% bleiben, und die Preis­set­zungs­macht dürfte sich bis 2025 verstärken, wovon Unter­nehmen, die derzeit als defla­ti­ons­an­fällig gelten, profi­tieren werden.

Staats­aus­gaben & Wasser­wirt­schaft: Wie lange hält die Unter­stüt­zung an?

Seit 2021 haben sich die Staats­aus­gaben für die Wasser­in­fra­struktur mehr als verdop­pelt, was Unter­nehmen wie Badger Meter und Xylem stark profi­tieren liess. Entschei­dend für 2025 bleibt, wie die neue US-Regie­rung ihr Finan­zie­rungs­mo­dell gestalten wird.

Umwelt­vor­schriften: Kommt ein Kurswechsel?

Mit dem politi­schen Wandel in Washington wird über eine mögliche Locke­rung von Umwelt­ge­setzen debat­tiert. Doch Gesetze wie der Clean Water Act geniessen überpar­tei­liche Unter­stüt­zung. Jüngste Wasser­ver­schmut­zungs­fälle, etwa in New Jersey, verdeut­li­chen die anhal­tende Dring­lich­keit effek­tiver Regulie­rung.

Landwirt­schaft und Bewäs­se­rung: Auf der Suche nach Stabi­lität

Der Landwirt­schafts­sektor hat seit seinem Höhepunkt im Jahr 2012 einen langan­hal­tenden Abschwung erlebt, und die Prognosen für 2025 deuten auf anhal­tende Heraus­for­de­rungen hin. Grosse Maschi­nen­her­steller wie Deere und AGCO rechnen mit einem erheb­li­chen Rückgang der Verkaufs­zahlen. Wenn das Jahr 2025 positive Überra­schungen bringt, könnte sich die Stimmung der Anleger verbes­sern.

Bewer­tungs­un­ter­schiede: Heraus­for­de­rung für Investoren

Im Wasser­uni­versum gab es schon immer eine Spann­breite der Aktien­be­wer­tungen, aber die Kluft hat sich drama­tisch vergrös­sert. Einige Aktien werden zu ausser­ge­wöhn­lich hohen Multi­pli­ka­toren gehan­delt, obwohl sie keine starke Renta­bi­lität aufweisen. Das Spanne der Kurs-Gewinn-Verhält­nisse hat sich vom 14- bis 45-fachen (gegen­über dem 16- bis 26-fachen vor 10 Jahren) erheb­lich ausge­weitet, was die zuneh­mende Diver­genz zwischen Funda­men­tal­daten und relativer Bewer­tung verdeut­licht.

Unser Monat im Wasser: Erste Berichte und deren Zukunfts­aus­sichten

Die Berichts­saison wurde im Januar mit den Berichten von A.O. Smith, Badger Meter und Tetra Tech eröffnet. Während die Berichte keine grossen Überra­schungen enthielten, scheint der Ausblick auf das Jahr 2025 verhalten zu sein.

Das Geschäft von A.O. Smith in China steht immer noch vor Heraus­for­de­rungen, zusätz­lich gibt es Anzei­chen für einen verstärkten Wettbe­werb auf dem US-Markt. Die Aktie hat viele dieser Probleme bereits einge­preist, und es könnte bald einen Wende­punkt geben, insbe­son­dere wenn die chine­si­sche Regie­rung Konjunk­tur­mass­nahmen einführt.

Badger Meter veröf­fent­lichte einen Bericht, der eine solide opera­tive Leistung zeigte. Wir nutzten die Gelegen­heit, unsere Position im Zuge der positive Markt­re­ak­tion zu reduzieren.  Der Bereich «Metering Infras­truc­ture» war in den letzten Jahren ein Nutzniesser der Staats­aus­gaben, was sich unter der neuen Regie­rung ändern könnte. Mit der Veröf­fent­li­chung der Ergeb­nisse gab Badger die Übernahme von Smart­Cover bekannt. Das Unter­nehmen bietet Überwa­chungs­lö­sungen für unter­ir­di­sche Infra­struk­turen wie Regen­was­ser­netze an. Dies ist ein recht­zei­tiger Schritt zur Diver­si­fi­zie­rung des Portfo­lios weg vom Zähler­ge­schäft.

In stürmi­scher See: Tetra Tech navigiert durch unsichere Zeiten

Die politi­sche Unsicher­heit wächst: Tetra Tech steht unter der neuen US-Regie­rung vor Heraus­for­de­rungen. Trump 2.0 verfolgt eine aggres­si­vere Politik und könnte Behörden wie FEMA, EPA und USAID einschränken oder gar auflösen – ein Risiko für Tetra Tech’s Bundes­auf­träge, die rund ein Drittel der Einnahmen ausma­chen. Trotzdem schein der 35%ige Kursrück­gang seit den Wahlen übertrieben. Langfri­stig bleibt Tetra Tech eine überzeu­gende Wachs­tums­story, gestützt durch ein erfah­renes Team von Führungs­kräften mit hervor­ra­gendem Ruf und einem talen­tierten Ingenieur­team, welches in Zukunft sehr gefragt sein wird.

Von Technik bis Politik: Schlüs­sel­fak­toren, die 2025 prägen

Die kommenden Wochen stehen im Zeichen der Ergeb­nis­be­richte. Beson­ders spannend wird, wie sich europäi­sche Unter­nehmen behaupten und ob eine Rotation von Large-Cap-Tech zu Small- und Mid-Caps erfolgt – ein Trend, der sich im Januar andeu­tete.

Die Outper­for­mance Europas könnte anhalten, gestützt durch wirtschafts­po­li­ti­sche Massnahmen wie den Wettbe­werbs­kom­pass von Ursula von der Leyen. Auch wenn wir hier zugege­be­ner­massen noch ganz am Anfang stehen.

Im Portfolio gab es nur geringe Anpas­sungen: Das US-Engage­ment wurde leicht reduziert, während die Barmittel erhöht wurden, um bei unerwar­teter Volati­lität gezielt Chancen zu nutzen.

 

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Stefan Schütz
Fund Manager
s.​schuetz@​tareno.​ch

 

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