Einschätzung zum Iran-Konflikt
Flucht in Sicherheit
Nach den Luftangriffen der Vereinigten Staaten und Israel auf den Iran sowie den darauffolgenden Vergeltungsschlägen ist die Nervosität an den Finanzmärkten spürbar gestiegen.
Als Reaktion auf die Eskalation suchten Anleger Sicherheit in Rohstoffen, während Aktien zu Wochenbeginn leicht schwächer tendierten.

Bilder / Grafiken: Die Grafiken wurden von der Tareno AG aus öffentlichen Marktdaten gefertigt.
Energie im Zentrum des Geschehens
Den grössten unmittelbaren Einfluss hat der Konflikt auf den Öl- und Gasmarkt. Rohöl notiert rund 8% höher als noch am Freitag. Seit Jahresbeginn beträgt der Anstieg sogar um die 30%.
Im Fokus steht die strategisch zentrale Strasse von Hormus. Durch diese Meerenge wird rund ein Fünftel des weltweit auf dem Seeweg transportierten Öls verschifft. Sollten Lieferungen durch militärische Eskalation oder Blockaden beeinträchtigt werden, wäre das Angebot kurzfristig kaum substituierbar.
Entsprechend sind Energieaktien gefragt. Auf der Verliererseite stehen zyklische Sektoren und energieintensive Branchen. Besonders stark betroffen ist der Flugverkehr: Neben steigenden Kerosinpreisen belastet die Sperrung des Luftraums im Nahen Osten die operative Planung. Aktien von Fluggesellschaften zählen folglich zu den grössten Verlierern zum Wochenauftakt.
Wie geht es weiter?
Entscheidend für die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten ist die Dauer und Intensität der Störungen im Energie- und Logistikbereich. Die Bandbreite möglicher Szenarien ist ungewöhnlich gross und reicht von einer raschen diplomatischen Deeskalation bis zu einer länger anhaltenden militärischen Konfrontation mit globalen Folgewirkungen.
Das negative Szenario mit systematischen Angriffen auf Energieinfrastruktur oder einer längerfristigen Schliessung der Strasse von Hormus würde deutlich höhere Ölpreise, einen erneuten Inflationsschub und eine Bremswirkung auf das globale Wirtschaftswachstum nach sich ziehen.
Eine massive und dauerhafte Angebotsunterbrechung liegt allerdings nicht im Interesse der beteiligten Akteure, da sie auch die eigene wirtschaftliche Stabilität gefährden würde. Eine vollständige Eskalation ist deshalb nicht unser Basisszenario.
Was bedeutet das für die Portfolios?
Die geopolitische Grosswetterlage ist seit Monaten angespannt. Entsprechend haben wir diesem Risiko bereits im Vorfeld Rechnung getragen durch:
- Eine strategische Goldallokation
- Ein substantieller Anteil an Schweizer Franken
- Engagements im Rohstoff- und Energiesektor
Diese Bausteine erhöhen die Widerstandsfähigkeit der Portfolios im aktuellen Umfeld.
Einordnung mit kühlem Kopf
Aufgrund der gestiegenen Risiken ist derzeit Vorsicht angebracht. Sollte sich der Konflikt unerwartet ausweiten oder strukturelle Lieferketten dauerhaft beeinträchtigen, könnten die Belastungen für Wachstum und Inflation substanziell ausfallen.
Allerdings waren kriegsbedingte Marktrückgänge historisch betrachtet häufig temporär und boten im Nachgang attraktive Einstiegsgelegenheiten.
Für den Moment halten sich aus unserer Sicht Chancen und Risiken die Waage, womit wir keinen Handlungsbedarf sehen und an unserer gut ausbalancierten Positionierung festhalten.
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Unser Portfolio Management Team steht Ihnen für Erklärungen und Erläuterungen gerne zur Verfügung.
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