Erfolg­rei­ches Jahr für unseren Wasser­fonds

Trotz schwie­riger Markt­be­din­gungen erzielte unser Wasser­fonds 2024 eine beein­druckende Perfor­mance von +17% (W‑EUR). Im Dezember sorgte die Änderung der geldpo­li­ti­schen Leitli­nien durch die Fed für grössere Turbu­lenzen. Erfahren Sie im letzten Monats­be­richt, wie sich dies auf den Wasser­sektor und unseren Aktien­fonds auswirkte und welche Chancen das Jahr 2025 bietet.

Dezember 2024

Turbu­lenter Jahres­ab­schluss: Zinspo­litik belastet Märkte

Nach den Präsi­dent­schafts­wahlen in den USA im November, die weltweit für Aufre­gung an den Märkten sorgten, schloss der Markt das Jahr mit einer gedämpften Note ab. Der grösste Schock in diesem Monat war die Änderung der geldpo­li­ti­schen Leitli­nien durch die Fed. Vor der letzten Fed-Sitzung des Jahres waren die Anleger davon überzeugt, dass die Fed die Zinssätze 2025 konse­quent weiter senken würde, doch die Zentral­bank änderte ihren Ton bezüg­lich der Aussichten erheb­lich. Sie hat ihre Prognosen zur Infla­tion gesenkt, was dazu geführt hat, dass die Markt­er­war­tungen für die Anzahl der Zinssen­kungen im Jahr 2025 von vier auf zwei reduziert wurden. Entspre­chend schlossen die meisten Märkte das Jahr 2024 mit Verlu­sten ab.

Der Tareno Global Water Solutions Fund verzeich­nete im Berichts­monat eine Perfor­mance von ‑3,24% (W‑EUR Tranche), schloss das Jahr jedoch mit einer Perfor­mance von +17% deutlich positiv ab.

Rückblick 2024: Solides Wachstum für den Wasser­sektor

Der Wasser­sektor verzeich­nete im Jahr 2024 ein respek­ta­bles Wachstum, blieb jedoch hinter den breiteren Aktien­märkten zurück, wo Techno­lo­gie­un­ter­nehmen in einem eng fokus­sierten Markt einmal mehr die Führung übernahmen. Die 4 Endmärkte für Wasser­tech­no­lo­gien entwickelten sich im Laufe des Jahres unter­schied­lich. Die Ausgaben für Wasser- und Abwas­ser­in­fra­struk­turen im kommu­nalen Sektor verzeich­neten in Regionen wie den USA, Europa und dem Verei­nigten König­reich eine robuste Dynamik, die durch umfang­reiche öffent­liche und private Finan­zie­rungen unter­stützt wurde. Im Gegen­satz dazu war die Industrie­tä­tig­keit in den entwickelten Volks­wirt­schaften weniger dynamisch, was dazu führte, dass die Kapital- und Betriebs­in­ve­sti­tionen im Wasser­sektor geringer ausfielen als erwartet. Im Bausektor führten höhere Zinssätze zu einer Einschrän­kung des Wohnungs- und Gewer­be­baus und trugen zu einer Verlang­sa­mung der wasser­be­zo­genen Ausgaben auf den globalen Märkten bei. Schliess­lich verrin­gerten niedrige Agrar­roh­stoff­preise die Renta­bi­lität der Landwirte in Schlüs­sel­re­gionen wie den USA und Brasi­lien und dämpften die Ausgaben für Bewäs­se­rungs­sy­steme und ‑techno­lo­gien.

In diesem anspruchs­vollen Umfeld hat sich unser Investi­ti­ons­pro­zesses mit Fokus auf funda­men­tale Faktoren und die Nachhal­tig­keits­lei­stung der Unter­nehmen bewährt.

Neue Priori­täten: Wie Politik und Unter­nehmen Wasser in den Mittel­punkt rücken

Die Auswir­kungen des Klima­wan­dels, insbe­son­dere die von El Niño, haben im Jahr 2024 zu einer ausser­ge­wöhn­li­chen globalen Hitze­pe­riode geführt, die in 15 aufein­an­der­fol­genden Monaten eine Reihe von Tempe­ra­tur­re­korden gebro­chen hat. Das wärmere Klima hat Stürme, Wirbel­stürme, Dürre­pe­ri­oden und Überschwem­mungen verstärkt. Einige, wenn auch nicht alle dieser Ereig­nisse sind auf die Erwär­mung des Klimas zurück­zu­führen. Entspre­chend sind die weltweiten Wasser­pro­bleme weitge­hend selbst­ver­schuldet: Schlechtes Manage­ment, fehlge­lei­tete techni­sche Lösungen, unkluge Entschei­dungen zum Ausbau der Infra­struktur und vernach­läs­sigte Investi­tionen haben die Heraus­for­de­rungen, die ein desta­bi­li­sie­rendes Ökosy­stem mit sich bringt, noch verschärft. Die Situa­tion ist bedrückend, aber es gibt auch ermuti­gende Entwick­lungen: Wasser ist für verschie­dene Inter­es­sen­gruppen zu einer Priorität geworden. Die EPA hat eine lang erwar­tete Verord­nung und einen Zeitplan für die Besei­ti­gung von PFAS vorge­stellt, und der EU-Rat hat Wasser als eigen­stän­dige Priorität in seine Fünfjah­res­agenda aufge­nommen und damit anerkannt, dass die EU gegen Wasser­ver­schmut­zung und ‑knapp­heit vorgehen muss.

Es sind in der Tat bedeu­tende Verän­de­rungen im Gange. Vermehrt beginnen Unter­nehmen dem Thema Wasser Priorität einzu­räumen. So hat Kemira sein Öl- und Gasge­schäft veräus­sert, um sich auf Wasser zu konzen­trieren, während Georg Fischer alle Geschäfts­be­reiche mit Ausnahme des Wasser­ge­schäfts verkaufen wird, um sich ausschliess­lich auf die Strömungs­technik zu konzen­trieren.

Infra­struktur und Innova­tion: Positive Perspek­tiven für den Wasser­sektor

Für den Wasser­sektor progno­sti­zieren wir für das Jahr 2025 ein robustes Gewinn­wachstum für Versor­gungs­un­ter­nehmen und Ingenieur­büros, die an kommu­nalen Projekten betei­ligt sind. Grund dafür sind bedeu­tende Investi­tionen in den entwickelten Märkten. Die Moder­ni­sie­rung der Infra­struktur, die Bemühungen zur Verbes­se­rung der Wider­stands­fä­hig­keit, die Einhal­tung von PFAS-bezogenen Normen und der Ersatz von Bleirohren werden die wichtig­sten Treiber dieses Wachs­tums sein. Investi­ti­ons­pro­gramme wie der U.S. Infras­truc­ture Invest­ment and Jobs Act (IIJA) und das briti­sche AMP8 werden voraus­sicht­lich eine wesent­liche Unter­stüt­zung bieten. Ein signi­fi­kanter Anteil der IIJA-Mittel wurde noch nicht zugeteilt, weshalb in den kommenden Jahren mit einem Anstieg der Investi­tionen gerechnet wird. Dies schafft günstige Rahmen­be­din­gungen für Unter­nehmen wie Tetra Tech, Clean Harbors und Veolia.

Die Prognosen für die Erholung der Industrie­märkte im Jahr 2025 basieren auf der Annahme, dass die Unsicher­heiten in Bezug auf Zinssätze und politi­sche Ereig­nisse abnehmen werden. Der Privat­sektor wird sich voraus­sicht­lich verstärkt an der Finan­zie­rung wasser­be­zo­gener Infra­struk­turen betei­ligen, getrieben von der robusten Nachfrage nach KI-getrie­benen Investi­tionen in Rechen­zen­tren, Halblei­ter­fer­ti­gung und Energie­er­zeu­gung, die umfang­reiche Investi­tionen in Wasser­tech­no­lo­gien erfor­dern. Unter­nehmen wie Georg Fischer, Kurita Water und Pentair werden voraus­sicht­lich von dieser Entwick­lung profi­tieren.

Die Märkte für Wohn- und Geschäfts­lie­gen­schaften bleiben aufgrund hoher Zinssätze, insbe­son­dere in den USA, belastet. Dennoch wird für Neubauten und Hausver­käufe eine moderate Verbes­se­rung erwartet. In Europa dürfte die Bautä­tig­keit im Wohn- und Nicht­wohnbau im Laufe des Jahres an Dynamik gewinnen, da die EZB die Zinsen weiter senken dürfte. Unter­nehmen wie Wiener­berger, Geberit, A.O. Smith und Advanced Drainage Systems sind unserer Ansicht nach in diesem Umfeld gut positio­niert.

Der Landma­schi­nen­sektor wird 2025 wahrschein­lich weiterhin mit Gegen­wind konfron­tiert sein. Die langfri­stigen Aussichten für Bewäs­se­rungs­an­lagen sind zwar weiterhin vielver­spre­chend, kurzfri­stig jedoch fehlen die Kataly­sa­toren für höhere Kurse.

Wir sind uns der poten­zi­ellen Unsicher­heiten im Zusam­men­hang mit der Umwelt­po­litik, den Handels­zöllen und den Staats­aus­gaben bewusst, sind jedoch der festen Überzeu­gung, dass Investi­tionen in die Wasser­wirt­schaft weiterhin von allen Seiten unter­stützt werden.

Wir wünschen Ihnen von Herzen ein erfolg­rei­ches und erfülltes neues Jahr, sowohl persön­lich als auch beruf­lich.

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Stefan Schütz
Fund Manager
s.​schuetz@​tareno.​ch

 

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