Wasser­fonds Bericht Februar 2024

Der Februar brachte für den Wasser­sektor beein­druckende Erfolge, angeführt von heraus­ra­genden Perfor­mances bei Emcor und China Water Affairs. Trotz der restrik­tiven Haltung führender Zentral­banken und gemischter Signale der globalen Wirtschaft zeigte der Tareno Global Water Solutions Fund eine starke Perfor­mance von +7%.

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Die Markt­trends im Februar

Zu Beginn des Monats wurde die Markt­dy­namik von einer restrik­tiven Haltung der wichtig­sten Zentral­banken, einschliess­lich der Federal Reserve, der Europäi­schen Zentral­bank und der Bank of England, beein­flusst, die alle signa­li­sierten, dass sie die Zinssätze nicht sofort senken wollten. Dennoch stützten ein robuster Arbeits­markt und ein stetiges Wirtschafts­wachstum die positive Markt­stim­mung. Diese machte sich bemerkbar, als die Gewinne, insbe­son­dere die der “Magni­fi­cent 7”, die Erwar­tungen für das vierte Quartal um durch­schnitt­lich 7% schlug, und damit die langfri­stigen Durch­schnitts­werte übertrafen.

Dennoch überwog die Vorsicht. Denn es gab Warnzei­chen, wie relativ schwache Prognosen für das erste Quartal und Anzei­chen dafür, dass die Gewinn­margen ein Plateau errei­chen. Die nachlas­sende Infla­tion sowohl in Europa als auch in den Verei­nigten Staaten erhöhte den Druck auf die Zentral­banken, Zinssen­kungen in Erwägung zu ziehen. Unter­dessen erlebte der japani­sche Markt einen steilen Anstieg, wobei der Nikkei 225 sein Allzeit­hoch von 1989 übertraf und damit eine der längsten Erholungs­phasen der Geschichte markierte.

Die Schwel­len­länder hatten mit Heraus­for­de­rungen zu kämpfen, wobei China eine bemer­kens­werte Ausnahme darstellte und aufgrund eines staat­li­chen Kaufpro­gramms und neuer Vorschriften für Leerver­käufe um 8% zulegte. Anderer­seits wirkten sich politi­sche Unruhen auf Mexiko und schwache Konjunk­tur­daten auf Brasi­lien aus, so dass sie im Berichts­monat zu den Nachzüg­lern in der globalen Wirtschafts­land­schaft gehörten.

Der Tareno Global Water Solutions Fund erzielte im Februar eine Perfor­mance von +7.02% (W‑Euro Tranche).

Unser Monat im Wasser – die Matrix

Im ersten Matrix-Film wird die Haupt­figur Neo von Morpheus vor die Wahl gestellt: Entweder er nimmt die rote Pille, um die harte Wahrheit hinter der Matrix aufzu­decken, oder er nimmt die blaue Pille, um weiterhin in der erfun­denen Realität zu leben.

Wenn man sich die Haupt­ak­teure der Perfor­mance im Laufe des Monats ansieht, könnte man sich tatsäch­lich in einer anderen Realität wähnen: Emcor, ein Akteur im Bereich Rohrlei­tungen, Sanitär­an­lagen und Bau von Abwas­ser­an­lagen +38%, China Water Affairs, ein chine­si­scher Wasser­ver­sorger +35%, Ebara, ein Pumpen­lie­fe­rant aus Japan +32%, Advanced Drainage Systems, ein US-ameri­ka­ni­scher Anbieter von Lösungen für das Regen­was­ser­ma­nage­ment +26%. Diese Ergeb­nisse wurden auf der Grund­lage solider Ergeb­nisse erzielt, aber das Ausmass der Reaktion auf die positiven Überra­schungen gleicht dem Griff zur roten Pille.

Während wir die positive Stimmung an den Märkten genießen, beobachten wir die Funda­men­tal­daten genau und bleiben wachsam.

Ein unein­heit­li­ches Bild

Zu den drei wichtig­sten Makro­daten des Wasser­sek­tors, die in diesem Monat unsere Aufmerk­sam­keit auf sich ziehen, gehören (1) die starke Erholung der kommu­nalen Anlei­he­emis­sionen, (2) der sich verstär­kende Preis­zer­fall bei Agrar­roh­stoffen und (3) die Kapazi­täts­aus­la­stung, die ein Mehrjah­res­tief erreicht hat, was sich negativ auf die Nachfrage im Industrie­seg­ment auswirkt.

  1. Die Emission von US-Kommu­nal­an­leihen war drama­ti­schen Schwan­kungen unter­worfen, hat sich aber in jüngster Zeit deutlich erholt und wird im Januar 2024 ein Volumen von 300 Mrd. USD über die letzten 12 Monate überschreiten. Die Rückkehr zu einem starken Zugang zum Kredit­markt deutet darauf hin, dass die Kommunen diesen gegen­über den immer noch langsam flies­senden Bundes­mit­teln weiterhin vorziehen könnten.
  2. Die Maispreise sind stark zurück­ge­gangen und zum ersten Mal seit 2020 unter 4 $ pro Bushel gefallen. Dieser anhal­tende Rückgang, der im Mai 2022 einsetzte, wirkt sich auf die Renta­bi­lität der landwirt­schaft­li­chen Betriebe und die Investi­ti­ons­aus­gaben aus, was insbe­son­dere durch einen erheb­li­chen Rückgang, der von Valmont und Lindsay Corp. gemel­deten Bewäs­se­rungs­um­sätze deutlich wird.
  3. Die Kapazi­täts­aus­la­stung der US-Industrie hat ein 28-Monats-Tief erreicht, was auf eine mögliche Verlang­sa­mung der Investi­ti­ons­zy­klen in der gesamten Wirtschaft hindeutet. Trotz vielver­spre­chender Trends im Jahr 2023 deutet der aktuelle Rückgang der Ausla­stung auf 78,5 % auf ein laues kurzfri­stiges Wachstum für die Industrie hin, selbst wenn es mehrere langfri­stige Wachs­tums­treiber gibt.

Vertei­di­gung stärken!

Wo wir es nach dem starken Anstieg im Februar für angemessen hielten, nahmen wir etwas Gewinne mit. Wir haben Positionen in Emcor, Advanced Drainage Systems und Ecolab reduziert. Die Erlöse nutzten wir, um Positionen in Unter­nehmen aufzu­stocken, bei denen wir das Gefühl haben, dass sie trotz solider Ergeb­nisse im Hinter­treffen sind. Franklin Electric, Kemira und ZurnElkay Water. Der Zeitpunkt scheint günstig, um langsam wieder in die Versor­gungs­un­ter­nehmen einzu­steigen. Sie entwickelten sich unter­durch­schnitt­lich, da die Zinssätze hoch blieben und zykli­sche Werte bevor­zugt wurden. Das kann nicht ewig so weiter­gehen, und so haben wir wieder eine Position in Essen­tial Utili­ties aufge­baut. Das Unter­nehmen kümmert sich um die Versor­gung und Aufbe­rei­tung von Trink­wasser, haupt­säch­lich in Pennsyl­vania. Die Aktien wurden seit über 12 Jahren nicht mehr so günstig gehan­delt, und die Dividen­den­ren­dite von 3,5 % bietet einen gewissen Schutz.

 

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Verant­wort­lich

Stefan Schütz
Head Equity Research
s.​schuetz@​tareno.​ch

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Bilder: Jürg Kaufmann, Marijke Vosmeer, Istock, Unsplash, Pixabay