Wasser­fonds Bericht Mai: +3% Perfor­mance

Im Mai zeigte unser Wasser­fonds eine starke Perfor­mance. Erfahren Sie, welche Unter­nehmen unsere Erwar­tungen übertroffen haben und wie wir auf politi­sche Unsicher­heiten und Markt­vo­la­ti­li­täten strate­gisch reagierten.

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Mai 2024 – Die Brücke in den Sommer

Die globalen Aktien­märkte erlebten zu Beginn im Mai einen starken Aufschwung und erreichten nach den Abschlägen im April neue Höchst­stände. Dieser Anstieg wurde durch übertrof­fene Gewinn­erwar­tungen, robuste Wirtschafts­daten und gestie­gene Hoffnungen auf baldige Zinssen­kungen angetrieben, nachdem die Infla­ti­ons­raten im April in den USA auf 3.4%, im Verei­nigten König­reich auf 2.3% gefallen waren und in der Eurozone stabil bei 2.4% verharrten. Diese Faktoren hielten den Risiko­ap­petit der Märkte hoch. Die gute Stimmung riss jedoch ab, als aus dem Proto­koll der letzten Sitzung der US-Noten­bank hervor­ging, dass das Komitee weitere Verbes­se­rungen abwarten möchte. Mehrere Monate rückläu­figer Infla­tion könnten notwendig sein, bevor eine Zinssen­kung in Betracht gezogen wird. Mit dem erneuten Anstieg der Zinssätze mussten die Aktien­märkte einige ihrer Gewinne wieder abgeben. Trotz dieser Rücksetzer war es insge­samt ein positiver Monat für die Märkte, auf die wir uns konzen­trieren, beson­ders in den USA und Europa, jedoch etwas weniger in Asien und Japan.

Der Tareno Global Water Solutions Fund verzeich­nete im Mai eine Perfor­mance von +3.02% (W‑Euro Tranche).

 

Unser Monat im Wasser – Der letzte Cut

Mit dem Ende des Mais endet auch die Berichts­saison für unser Portfolio. Die Ergeb­nisse spiegelten die Unbere­chen­bar­keit der Natur wider, mit Perioden sowohl von Regen­wetter als auch Sonnen­schein. Lassen Sie uns einige der Berichte betrachten.

Geberit überraschte die Analy­sten mit besser als erwar­teten Volumen und Margen, was eine robuste Manage­ment­lei­stung in einem schwie­rigen Markt­um­feld demon­striert. Als Haupt­treiber dieser positiven Überra­schung wurde die selek­tive Erhöhung der Lager­be­stände durch Gross­händler genannt. Da Watts Water in denselben Endmärkten tätig ist, entschieden wir uns, unsere Betei­li­gung zu erhöhen. Watts übertraf die Erwar­tungen deutlich, verzich­tete jedoch darauf, die Prognose für das Gesamt­jahr anzuheben, was zu einer gewissen Enttäu­schung führte. Dennoch zahlte sich die Entschei­dung aus. Sollte Watts sein Momentum aus dem ersten Quartal beibe­halten, könnten sie im Sommer ihre Prognosen nach oben korri­gieren.

Itron, ein wichtiger Akteur in der Zähler­tech­no­logie hatte, wie auch der Mitbe­werber Badger Meter, ein beein­druckendes Quartal. Die Gewinne pro Aktie überstiegen die Konsens­schät­zungen um über 40%. Der Markt reagierte positiv, und die Aktie von Itron stieg im Monat um 15%. Ähnlich verzeich­nete Advanced Drainage Systems einen Anstieg seiner Aktien um 9%, nachdem auch sie die Erwar­tungen übertrafen. Die Gewinne pro Aktie lagen, angetrieben durch die starke Nachfrage nach ihren Kunst­stoff­rohren und Entwäs­se­rungs­sy­stemen, um 20% über dem Konsens. Diese positive Nachfrage fand auch Bestä­ti­gung bei Mitbe­wer­bern wie Georg Fischer und Wiener­berger.

Während die Berichts­saison im Grossen und Ganzen positiv war, gab es auch Enttäu­schungen. Ebara beispiels­weise konnte die hohen Erwar­tungen nicht erfüllen und verlor nach ihrem Bericht rund 14% an Wert. Trotzdem gehört die Aktie zu den besten Perfor­mern des Jahres, doch die Rallye hat eine Pause einge­legt. Ein weiterer Rückschlag im Mai war gröss­ten­teils politi­scher Natur; briti­sche Versor­gungs­un­ter­nehmen verbuchten hohe Abschläge, nachdem Premier­mi­ni­ster Rishi Sunak überra­schend Wahlen im Juli ankün­digte. Severn Trent, United Utili­ties und Pennon waren beson­ders betroffen, da Wasser oft ein zentraler politi­scher Streit­punkt vor Wahlen ist. Obwohl die Markt­re­ak­tion übertrieben erschien, ziehen wir es vor, auf eine Beruhi­gung der Situa­tion zu warten (sie wird eintreten), bevor wir in diesen Namen wieder zukaufen.

 

Im Dialog bleiben

Wir nahmen im Mai an mehreren Konfe­renzen teil und trafen vor allem europäi­sche Unter­nehmen. Eine inter­es­sante Beobach­tung war, dass ich dieses Jahr so viele inter­na­tio­nale Investoren auf einer Konfe­renz zu italie­ni­schen Unter­nehmen gesehen habe wie nie zuvor. Es scheint, als würde man sich auf der anderen Seite des Atlan­tiks zuneh­mend für Europäi­sche Aktien erwärmen. Einige Beispiele, die mir gefielen, sind ACEA Spa, ein Multi-Utility-Unter­nehmen, das beispiels­weise die Wasser­ver­tei­lung in Rom betreibt. Sie haben die Möglich­keit, Vermö­gens­werte zu veräus­sern und Projekte mit höherer Rendite zu verfolgen, beispiels­weise im Bereich Waste-to-Energy. Das Unter­nehmen hat eine gute Erfolgs­bi­lanz beim Wachstum seiner Kunden, das Manage­ment ist solide, und ihre Bilanz ist robust. ACEA wird mit dem 12-fachen des PE gehan­delt und bietet eine Dividen­den­ren­dite von 5%. Sie gehören zu unseren Top-10, aber ich bleibe ein Käufer bei Schwäche. Ein Treffen mit Webuild hat mich überzeugt, dass Investi­tionen in die Wasser­in­fra­struktur tatsäch­lich statt­finden. Sie sind einer der führenden Anbieter beim Bau von Entsal­zungs­an­lagen, und Italien scheint seine Entsal­zungs­ka­pa­zi­täten erheb­lich ausbauen zu wollen. Entsal­zung könnte ein wichtiger Baustein zur Bewäl­ti­gung der Wasser­knapp­heit sein, insbe­son­dere im Süden des Landes.

Ein weiteres Treffen, das mir gefiel, war mit Georg Fischer. Rohr- und Fliess­lö­sungen machen jetzt etwa 65% des Umsatzes aus, und sobald Uponor vollständig integriert ist, besteht viel Spiel­raum für eine Margen­stei­ge­rung. Georg Fischer erwartet bedeu­tende Geschäfts­mög­lich­keiten für sein Wasser­ge­schäft in Berei­chen wie Batte­rie­pro­duk­tion und Recycling, Flüssig­keits­küh­lung in Rechen­zen­tren, Offshore-Windparks, direkte Lithium-extrak­tion, Regen­was­ser­ma­nage­ment und grüner Wasser­stoff.

 

Investiert bleiben

Die Devise „Sell in May and go away“ hat sich dieses Jahr nicht bewährt. Es bleibt jedoch aus meiner Sicht äusserst relevant, auf Diver­si­fi­ka­tion zu achten. Wir haben defen­si­vere Positionen im Portfolio hinzu­ge­fügt, da wir im Sommer mit höherer Volati­lität rechnen können. Da kleine und mittel­grosse Firmen tenden­ziell besser abschneiden, wenn die Zinsen gesenkt werden, hat Europa derzeit die besten Karten. Deshalb haben wir unsere Betei­li­gungen an Metso, Webuild und Veolia erhöht. In defen­si­veren Märkten wie der Schweiz und dem Verei­nigten König­reich haben wir in Geberit, Georg Fischer und Halma investiert. In den USA haben wir Positionen in zwei Umwelt- und Infra­struk­tur­be­ra­tungs-unter­nehmen, Jacobs Industries und WSP aufge­baut.

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Verant­wort­lich

Stefan Schütz
Head Equity Research
s.​schuetz@​tareno.​ch

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