Tareno Wasser­fonds im April: So navigieren wir durch Handels­kon­flikte

Der April war geprägt von Handels­kon­flikten und hoher Volati­lität – auch der Tareno Global Water Solutions Fund blieb davon nicht ganz verschont. Warum sich die Märkte dennoch wider­stands­fähig zeigten, erfahren Sie im Monats­be­richt von unserem Fonds­ma­nager.
April, April

 

Die Aktien­märkte erlebten einen turbu­lenten April, da die Angst vor einem ausge­wach­senen Handels­krieg die Schlag­zeilen beherrschte. Der Monat begann mit einem weltweiten Ausver­kauf, der durch die umfas­senden Zollan­kün­di­gungen der Verei­nigten Staaten ausge­löst wurde und inner­halb weniger Tage Markt­werte in Billio­nen­höhe vernich­tete. Mitte des Monats verbes­serte sich die Stimmung, als die USA ihre Haltung milderten, indem sie einige Zölle aussetzten und die Spannungen mit China abbauten. Trotz der drama­ti­schen Schwan­kungen schlossen wichtige Indizes wie der S&P 500, der NASDAQ und der MSCI World den Monat nahezu unver­än­dert.

Auch europäi­sche Aktien hatten zu kämpfen und beendeten den Monat aufgrund des sinkenden Verbrau­cher­ver­trauens und der anhal­tenden politi­schen Unsicher­heit mit einem leichten Minus. Japan verzeich­nete hingegen dank einer Erholung im Dienst­lei­stungs­sektor einen moderaten Zuwachs.

Trotz der hohen Volati­lität zeigten sich die Märkte wider­stands­fähig und bewiesen, dass sich die Stimmung der Anleger selbst in einem unsicheren Umfeld schnell ändern kann.

Der Tareno Global Water Solutions Fund erzielte im April eine Perfor­mance von ‑0,96 % (W Euro Tranche).

Wasser­un­ter­nehmen zwischen Resilienz und Zurück­hal­tung

Anfang April nahmen wir an einer Investo­ren­kon­fe­renz in Öster­reich teil. Die starken Auswir­kungen der sogenannten „Freedom Day“-Zölle waren selbst in den ruhigen Vorarl­berger Alpen deutlich zu spüren. Erfreu­li­cher­weise blieben viele CEOs trotz der Markt­tur­bu­lenzen gelassen, was uns den Eindruck vermit­telte, dass sie auf eine Vielzahl mögli­cher Szena­rien gut vorbe­reitet sind.

Themen wie Nearsho­ring und staat­liche Infra­struk­tur­pro­gramme stützen weiterhin die Investi­tionen in Wasser­tech­no­lo­gien, auch wenn die kurzfri­stige Stimmung durch die allge­meine Unsicher­heit getrübt ist. Viele Unter­nehmen sind derzeit zurück­hal­tend mit neuen Investi­tionen. Dank robuster Auftrags­bü­cher verur­sacht dies derzeit keine akuten Probleme, aber die Situa­tion muss genau beobachtet werden. Gespräche mit Unter­nehmen wie Andritz und Wiener­berger ergaben ermuti­gende Signale. Das deutsche Infra­struk­tur­paket könnte die Stimmung weiter verbes­sern und die wirtschaft­li­chen Bedin­gungen in Osteu­ropa werden oft als überra­schend robust beschrieben.

Unser Monat im Wasser: Diese Unter­nehmen überzeugten im April

Die Berichts­saison ist in vollem Gange. Daher möchten wir Ihnen einige überzeu­gende Berichte vorstellen:

Andritz übertraf die Erwar­tungen mit einem starken Auftrags­ein­gang in den Berei­chen Wasser­kraft und Zellstoff, was eine positive Überra­schung war. Das Unter­nehmen bestä­tigte seine Prognose und erklärte, dass es noch keine Auswir­kungen der Zölle spüre. Wir betrachten Andritz als eines der inter­es­san­te­sten Unter­nehmen in unserem Portfolio.

A.O. Smith begegnet den Zöllen mit Preis­er­hö­hungen. Zweifellos hat die Vorver­la­ge­rung der Nachfrage dem ersten Quartal geholfen, aber die Bewer­tung bleibt attraktiv. China bleibt vorerst ein Belastungs­faktor, aber die Lage könnte sich schnell ändern, wenn die Regie­rung Massnahmen zur Ankur­be­lung der Wirtschaft ergreift.

Veralto übertraf die Erwar­tungen für das erste Quartal, behielt jedoch seine Prognose unver­än­dert bei. Dies könnte auf eine konser­va­tive Haltung hindeuten, was in der aktuellen Lage nicht unbedingt negativ ist. Das Manage­ment äußerte sich vage zu den Zöllen geht aber davon aus, dass diese durch Preis­an­pas­sungen ausge­gli­chen werden können. M&A- und Resho­ring-Trends sind poten­zi­elle Kataly­sa­toren.

Die Margen von Pentair steigen trotz schwa­cher Umsätze. Die Preise und Verän­de­rungen in der Liefer­kette gleichen die Auswir­kungen der Zölle aus. Die solide Umset­zung und interne Verbes­se­rungen sind wichtige positive Faktoren in einem volatilen makro­öko­no­mi­schen Umfeld.

Sektor-Analyse: Wer profi­tiert, wer leidet unter der neuen Handels­po­litik?

Einige Branchen sind besser aufge­stellt, um diese Turbu­lenzen zu überstehen. Mikro­elek­tronik, Pharma­zeu­tika und Rechen­zen­tren profi­tieren von einer starken struk­tu­rellen Nachfrage und politi­schen Überein­stim­mung, was sie trotz der aktuellen Gegen­winde attraktiv macht. Auch der Abbau von Edelme­tallen könnte sich gut entwickeln, angetrieben durch die Unsicher­heit der Anleger und mögliche Vertrau­ens­ver­luste gegen­über US-Staats­an­leihen. Energie­me­talle wie Kupfer könnten aufgrund der fortschrei­tenden Trends in den Berei­chen KI und Elektri­fi­zie­rung an Boden gewinnen, aller­dings könnten lange Vorlauf­zeiten und Kapital­in­ten­sität zu Verzö­ge­rungen führen. Die Lebens­mittel- und Geträn­ke­indu­strie zeichnet sich durch eine relativ stabile Entwick­lung aus, da sie weniger stark von globalen Handels­zy­klen abhängig ist.

Im Gegen­satz dazu könnten tradi­tio­nelle Schwer­indu­strien wie Stahl, Grund­che­mi­ka­lien und Texti­lien am stärk­sten unter Druck geraten. Ihre Abhän­gig­keit vom globalen Handel, ihre hohe Kapital­in­ten­sität und ihre begrenzte Preis­set­zungs­macht unter den neuen Zollre­ge­lungen machen sie anfällig. Der Sektor für unkon­ven­tio­nelles Öl und Gas könnte aufgrund niedri­gerer Investi­ti­ons­schwellen besser abschneiden als in früheren Abschwung­phasen, steht jedoch weiterhin vor Heraus­for­de­rungen.

Für Unter­nehmen, die Wasser­tech­no­lo­gien für den öffent­li­chen Sektor anbieten, sind die Aussichten positiv. Zwar könnten die Projekt­ko­sten in den USA weiter steigen, doch sind Investi­tionen in die Versor­gungs­in­fra­struktur weitge­hend unver­meidbar und längst überfällig.

Wasser­sektor bleibt aussichts­reich – selektiv investieren zahlt sich aus

Dank unseres Anlage­pro­zesses können wir Engage­ments in Endmärkten mit Gegen­wind reduzieren und Unter­nehmen mit robusten Endmärkten gezielt höher gewichten. So bleiben wir auch in einem heraus­for­dernden Umfeld flexibel und chancen­ori­en­tiert.

Angesichts der volatilen Kapital­märkte und der geopo­li­ti­schen Unsicher­heiten ist Vorsicht geboten – dennoch bleiben wir von den langfri­stigen Funda­men­tal­daten des Wasser­sek­tors überzeugt. Entschei­dend für den Erfolg sind jetzt Selek­ti­vität und Wider­stands­fä­hig­keit.

 

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Verant­wort­lich

Stefan Schütz
Fund Manager
s.​schuetz@​tareno.​ch

 

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Bilder: Jürg Kaufmann, Lucia Hunziker, Marijke Vosmeer