Tareno Wasser­fonds: Entwick­lung des Wasser­sek­tors im November 2025

Der November 2025 markiert einen spürbaren Wende­punkt in der Wahrneh­mung des Wasser­sek­tors weltweit. Wasser ist nicht mehr nur ein Umwelt­thema, sondern entwickelt sich zum limitie­renden Faktor moderner Volks­wirt­schaften – und rückt damit in den Mittel­punkt der Klima­de­batte. Wir beobachten eine zuneh­mende Dynamik im Sektor in Richtung Digita­li­sie­rung, Effizienz und Resilienz.

Politi­sche Rahmen­be­din­gungen: Von Regulie­rung zu Investi­ti­ons­druck

Auf politi­scher Ebene prägten im November zwei Haupt­ent­wick­lungen das Geschehen:

1. Klima­re­si­li­ente Infra­struktur: Die Diskus­sionen um die Dekar­bo­ni­sie­rung machen deutlich, dass weder die Energie­wende noch Industria­li­sie­rungs­pläne ohne eine robuste und gesicherte Wasser­ver­füg­bar­keit reali­stisch umsetzbar sind. Investi­tionen in eine wider­stands­fä­hige Wasser­in­fra­struktur sind unumgäng­lich.

2. UK: Regulierter Investi­ti­ons­schub. Trotz anhal­tender Debatten und öffent­li­cher Kritik sind die Versor­gungs­un­ter­nehmen in Gross­bri­tan­nien gezwungen, milli­ar­den­schwere Investi­ti­ons­pro­gramme umzusetzen. Der Druck, die marode Infra­struktur zu sanieren, ist immens.

In den USA zeigt sich dagegen ein ungebro­chener, struk­tu­reller Investi­ti­ons­be­darf. Einer­seits wurden einzelne Umwelt­stan­dards gelockert, anderer­seits treiben Themen wie die Entfer­nung von PFAS, die Moder­ni­sie­rung alternder Leitungs­netze und insbe­son­dere der wachsende Wasser­be­darf der Rechen­zen­trums­in­du­strie einen struk­tu­rellen Investi­ti­ons­schub im Sektor voran.

Markt­ge­schehen und Unter­neh­mens­be­richte

Die Unter­nehmen im Wasser­sektor reagieren auf diese Impulse mit einem klaren Fokus auf Innova­tion und Effizi­enz­ge­winne.

Ein gutes Beispiel ist SABESP, der Wasser­ver­sorger von São Paulo. Er kündigte ein umfas­sendes Leckage-Reduk­ti­ons­pro­gramm an, bei dem in Koope­ra­tion mit Amazon Web Services und Aganova rund 64 Kilometer Leitungen unter­sucht werden sollen. Über einen Zeitraum von zehn Jahren sollen so jährlich rund 210 Millionen Liter Wasser einge­spart werden. Dies ist nicht nur eine ökolo­gi­sche Notwen­dig­keit, sondern auch betriebs­wirt­schaft­lich hoch attraktiv, da jedes vermie­dene Leck den Energie­be­darf, die Betriebs­ko­sten und den Investi­ti­ons­druck reduziert.

Noch deutli­cher wird der Wandel im Bereich der Wasser­qua­lität. Mit der Übernahme eines Spezia­li­sten für die Analyse der Wasser­qua­lität stärkte Veralto seine Führungs­rolle in der Echtzeit­über­wa­chung von Wasser­sy­stemen. Die Richtung ist klar: Der Sektor bewegt sich rasant auf eine daten­ge­trie­bene Wertschöp­fung zu. Wer die zuver­läs­sig­sten Messdaten liefert, setzt künftig die Standards und gestaltet damit Effizi­enz­ge­winne, regula­to­ri­sche Compli­ance und Kosten­struk­turen gleicher­massen.

Ein ähnli­ches Bild zeigt sich bei Itron. Mit einem grossen digitalen Infra­struk­tur­auf­trag aus Gross­bri­tan­nien bestä­tigt das Unter­nehmen, dass Smart Metering längst dabei ist, zum globalen Industrie­stan­dard zu werden. Der politi­sche Druck, Wasser­ver­luste zu senken, sowie der opera­tive Bedarf nach mehr Trans­pa­renz verstärken diesen Trend. Vernetzte Messsy­steme schaffen nicht nur Effizienz im Betrieb, sondern eröffnen Versor­gern auch völlig neue Steue­rungs­mög­lich­keiten. Beispiels­weise ermög­li­chen sie ein bedarfs­ori­en­tiertes Netzma­nage­ment und lastab­hän­gige Tarif­sy­steme.

ESG-Update: COP-30 & SFDR-Reform

Die Klima­kon­fe­renz COP-30 endete am 22. November mit dem Verspre­chen, die finan­zi­elle Unter­stüt­zung für Anpas­sungs­mass­nahmen an den Klima­wandel bis 2035 zu verdrei­fa­chen. Dies entspricht einem jährli­chen Aufwand von 1,3 Billionen USD. Parallel dazu präsen­tierte die EU-Kommis­sion am 19. November 2025 den umfas­send­sten SFDR-Reform­vor­schlag seit Einfüh­rung der Verord­nung. Die bishe­rigen Artikel-8- und Artikel-9-Katego­rien werden durch drei neue Katego­rien ersetzt: Transi­tion, ESG-Basics und Sustainable.

Fonds­ent­wick­lung & Ausblick

Die W‑EUR-Tranche des Tareno Global Water Solutions Fund verzeich­nete im November eine Wertent­wick­lung von ‑0,03 %. Trotz des leicht negativen Monats­er­geb­nisses zeigt sich der Fonds in einem volatilen Markt­um­feld wider­stands­fähig. Die robuste Entwick­lung der Wasser­un­ter­nehmen bestä­tigt unsere langfri­stige Investi­ti­ons­these.

Die zuletzt wieder verstärkt aufge­kom­mene Erwar­tung einer Zinssen­kung der US-Noten­bank Federal Reserve im Dezember dürfte die Märkte stützen. Entspre­chend erwarten wir einen positiven Jahres­ab­schluss 2025.

Unserer defen­siven Ausrich­tung bleiben wir treu.

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Tareno Wasser­fonds

Verant­wort­lich

Stefan Schütz
Fund Manager
s.​schuetz@​tareno.​ch

 

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Bilder: Jürg Kaufmann, Lucia Hunziker, Marijke Vosmeer