Tareno Wasser­fonds: Rekord­ergeb­nisse und Rücken­wind im Februar 2026

Der Februar gehört zu den daten­reich­sten Monaten des Jahres, geprägt nahezu ausschliess­lich von Jahres- und Quartals­er­geb­nissen. Die überwie­gende Mehrheit der Portfo­lio­un­ter­nehmen hat berichtet, und das Gesamt­bild zeigt struk­tu­relle Wider­stands­fä­hig­keit in den wasser­spe­zi­fi­schen Endmärkten — teilweise überla­gert von makro­öko­no­mi­schem und konjunk­tu­rellem Rauschen.

Ergeb­nis­qua­lität: breit überzeu­gende Wasser­un­ter­nehmen

Die am engsten mit der Wasser­these verbun­denen Unter­nehmen: Veolia, Sulzer, Xylem, Veralto und die Mehrzahl der Wasser­ver­sorger, lieferten nahezu durchweg Rekord- oder über den Erwar­tungen liegende Ergeb­nisse. Wieder­keh­rende Themen sind stetiges Volumen­wachstum in den kommu­nalen Trink- und Abwas­ser­märkten, steigende Margen durch opera­tiven Hebel und Preis­durch­set­zung sowie eine robuste Free-Cash-Flow-Generie­rung. Dies bestä­tigt, dass die struk­tu­rellen Nachfra­ge­treiber — alternde Netze, Wasser­knapp­heit, verschärfte Regulie­rung — unver­än­dert intakt sind und sich in den Finanz­ergeb­nissen nieder­schlagen.

Kommu­nale Infra­struk­tur­aus­gaben beschleu­nigen sich

Mehrere US-Firmen (Mueller Water Products, Gorman-Rupp, IDEX, Essen­tial Utili­ties, California Water Service) berich­teten von wider­stands­fä­higen oder wachsenden kommu­nalen Märkten, gestützt durch die US-Infra­struk­tur­ge­setz­ge­bung. Regulierte Versorger investieren auf Rekord­ni­veau (Essen­tial Utili­ties: USD 1,4 Mrd., California Water Service: USD 517 Mio.). In Gross­bri­tan­nien bestä­tigte Severn Trent Rekord­in­ve­sti­tionen im Rahmen des AMP8-Programms am oberen Ende der Prognose. Dieses geogra­phie­über­grei­fende Muster erhöhter öffent­li­cher Wasser­in­fra­struk­tur­in­ve­sti­tionen ist eine nachdrück­liche Bestä­ti­gung der thema­ti­schen Prämisse.

Strate­gi­sche Konso­li­die­rung und techno­lo­gi­sche Integra­tion

Drei Firmen haben bedeu­tende strate­gi­sche Trans­ak­tionen abgeschlossen oder angekün­digt: die USD-3-Mrd.-Übernahme von Clean Earth durch Veolia, die Zustim­mung der Aktio­näre zur Fusion von Essen­tial Utili­ties und American Water sowie die USD-1-Mrd.-Akquisition von NDS durch Advanced Drainage Systems. Darüber hinaus wurde Stantec als bevor­zugter Bieter für den Scottish-Water-Auftrag benannt. Kemira erwarb SIDRA Wasser­chemie, einen deutschen Chemi­ka­li­en­her­steller, zur Stärkung des Bereichs Water Solutions. Die Gesamt­aus­sage ist eindeutig: Der Wasser­sektor konso­li­diert sich, wobei Grösse, techno­lo­gi­sche Kompe­tenz und geogra­phi­sche Diver­si­fi­ka­tion im Fokus stehen.

Techno­logie und Wasser­the­matik verzahnen sich zuneh­mend. Itrons Rekord-Auftrags­be­stand im Bereich Outcomes (Software für Zähler­infra­struktur), Veraltos Übernahme von In-Situ im Bereich Wasser­ana­lytik sowie die zahlrei­chen Hinweise der Unter­neh­mens­füh­rungen auf den Wasser­be­darf von Rechen­zen­tren verdeut­li­chen, dass Digita­li­sie­rung und fortge­schrit­tene Analytik zuneh­mend in die Wasser­in­fra­struktur einge­bettet werden — mit positiven Auswir­kungen auf Margen, Anlagen­aus­la­stung und wieder­keh­rende Erträge.

Abwei­chungen und Risiken

Nicht alle Betei­li­gungen entwickelten sich gleicher­massen positiv. Kemira und Arcadis berich­teten von echten funda­men­talen Gegen­strö­mungen: Kemira aufgrund der Schwäche im Zellstoff- und Papier­markt, Arcadis wegen eines Führungs­wech­sels und Projekt­un­ter­schrei­tungen in Kanada sowie im Immobi­li­en­be­reich. Bei beiden Positionen ist die kurzfri­stige Ergeb­nis­ent­wick­lung rückläufig, und die Umset­zungs­fä­hig­keit des Manage­ments wird auf die Probe gestellt. Sika und Aalberts sehen sich zykli­schem Gegen­wind im Bau- bzw. Halblei­ter­be­reich ausge­setzt, wobei ihre strate­gi­sche Positio­nie­rung intakt bleibt. Torays Wertbe­rich­ti­gung im Bereich EV-Batte­rien erzeugt Schlag­zeilen, die keinen Bezug zum Wasser haben, lenkt aber die Aufmerk­sam­keit auf das Konglo­me­ra­t­ri­siko. Mascos erheb­liche Zollex­po­nie­rung bringt Ergeb­nis­ri­siken mit sich, die nicht wasser­spe­zi­fisch sind. Die Kapital­markt­tage von Wiener­berger und Georg Fischer konnten die Anleger nicht überzeugen, da die Erholung des europäi­schen Baumarktes noch auf sich warten lassen dürfte.

Wasser­in­du­strie und regula­to­ri­sches Umfeld

Das Ergeb­nis­bild auf Portfo­li­oe­bene entfal­tete sich vor dem Hinter­grund eines Monats mit bedeu­tenden regula­to­ri­schen und branchen­spe­zi­fi­schen Entwick­lungen, die die struk­tu­relle Invest­ment­these unter­mauern.

In der EU hat der Rat am 17. Februar formal eine Richt­linie zur Aktua­li­sie­rung der Priori­tär­stoff-Standards für Oberflä­chen- und Grund­wasser verab­schiedet, die das Monito­ring auf Arznei­mittel, PFAS, Bisphe­nole und Pesti­zide ausweitet und erstmals kumula­tive Risiko­be­wer­tungen für Chemi­ka­li­en­mi­schungen einführt.

Die Umset­zungs­fri­sten liegen bei 2033 (überar­bei­tete Oberflä­chen­was­ser­werte) und 2039 (vollstän­diger Geltungs­be­reich). Bluefield Research schätzt die europäi­schen PFAS-bezogenen Aufwen­dungen für die Trink­was­ser­auf­be­rei­tung allein auf EUR 3,6 Mrd. im Zeitraum 2026–2036 — mit unmit­tel­barem Nutzen für Firmen wie Veolia, Kemira, Kurita und Veralto. In einem verwandten Urteil wies das Gericht der EU Klagen der Pharma- und Kosme­tik­in­du­strie gegen die Bestim­mungen zur erwei­terten Herstel­ler­ver­ant­wor­tung in der neuge­fassten Kommu­nal­ab­was­ser­richt­linie ab und bestä­tigte die Verpflich­tung der Hersteller, minde­stens 80% der Kosten der vierten Reini­gungs­stufe zu tragen.

EurEau traf am 16. Februar mit Umwelt­kom­mis­sarin Roswall zusammen und verwies auf eine jährliche Investi­ti­ons­lücke von EUR 23 Mrd. im EU-Wasser­sektor im Rahmen des nächsten Mehrjäh­rigen Finanz­rah­mens (2028–2034).

In den USA hob der Ausblick der American Water Works Associa­tion für 2026 das Zusam­men­treffen von Infra­struk­tur­er­neue­rungs­be­darf (die EPA schätzt USD 1,3 Bio. über 20 Jahre) und auslau­fenden IIJA-Mitteln als die bestim­mende finan­zi­elle Heraus­for­de­rung des Sektors hervor.

GWI und XPV Water Partners veröf­fent­lichten am 19. Februar einen gemein­samen Bericht, der vier wachs­tums­starke Investi­ti­ons­themen für 2026–2030 identi­fi­ziert: mobile Aufbe­rei­tungs­sy­steme, wasser­ef­fi­zi­entes Rechen­zen­trums-Manage­ment, fortge­schrit­tene Schad­stof­fe­li­mi­na­tion und Wasser­wie­der­ver­wen­dung. Der Water‑M&A‑Report von Roland Berger bestä­tigte, dass das globale Trans­ak­ti­ons­vo­lumen im Wasser­sektor 2025 um 8% gestiegen ist und damit den dreijäh­rigen Rückgang umgekehrt hat.

Ausblick

Der Februar 2026 hat unsere Kernthese bekräf­tigt: Die struk­tu­relle Nachfrage nach Wasser­in­fra­struktur bleibt beständig, die quali­tativ stärk­sten Firmen im Portfolio setzen ihre Wertschöp­fung for, und die strate­gi­sche Konso­li­die­rung schafft grössere, leistungs­fä­hi­gere Platt­formen mit stärkerer techno­lo­gi­scher und geogra­phi­scher Reich­weite.

Im Berichts­zeit­raum erzielte die Tranche W‑EUR eine Rendite von +3,66 %, was die Wider­stands­fä­hig­keit der Kernbe­tei­li­gungen des Portfo­lios wider­spie­gelt. Das makro­öko­no­mi­sche Umfeld bleibt anspruchs­voll — der anhal­tende Krieg im Nahen Osten fügt einem bereits von Zolldis­kus­sionen und allge­meinen konjunk­tu­rellen Bedenken geprägten Umfeld eine weitere Unsicher­heits­ebene hinzu und sorgt unwei­ger­lich für Volati­lität an den globalen Aktien­märkten.

Als langfri­stig orien­tierte Investoren sind wir uns bewusst, dass kurzfri­stige Verwer­fungen ein unver­meid­barer Bestand­teil der Märkte sind und solche Phasen histo­risch gesehen attrak­tive Einstiegs­mög­lich­keiten in quali­tativ hochste­hende Unter­nehmen geboten haben. Wir bleiben investiert und konstruktiv einge­stellt: Alternde Infra­struktur, verschärfte Regulie­rung, techno­lo­gi­sche Innova­tion und zuneh­mender globaler Wasser­stress stützen das langfri­stige Nachfra­ge­bild weiterhin. Diszi­pli­nierter Portfo­lio­aufbau und der Fokus auf Qualität werden unserer Überzeu­gung nach auch künftig Mehrwert schaffen.

2026-02-02-Tareno-Portraits-Stefan-Schuetz5545-2-276x276

Möchten Sie mehr erfahren?

Haben Sie Fragen zum Bericht oder möchten Sie mehr über den Tareno Global Water Solutions Fund erfahren? Dann melden Sie sich gerne bei uns.

Publi­ka­tionen

Tareno Wasser­fonds

Verant­wort­lich

Stefan Schütz
Fund Manager
s.​schuetz@​tareno.​ch

Haftungs­aus­schluss

Dieses Dokument wurde zu Marke­ting- und Infor­ma­ti­ons­zwecken erstellt und stellt weder ein Angebot noch eine Auffor­de­rung zur Zeich­nung oder zum Kauf bzw. Verkauf von Anteilen dieses Anlage­fonds dar. Es stellt keine Anlage­be­ra­tung dar. Massgeb­lich sind ausschliess­lich die aktuellen Fonds­do­ku­mente (insbe­son­dere Prospekt und KID). Die vergan­gene Wertent­wick­lung ist kein verläss­li­cher Indikator für zukünf­tige Ergeb­nisse.

Bilder: Marijke Vosmeer, Luzia Hunziker, Jürg Kaufmann, Istock, Unsplash / Grafiken: Tareno AG