Wasser hält nie still: Rekordergebnisse, volle Auftragsbücher und ein turbulenter März

Der März war eine nüchterne Erinnerung daran, wie rasch sich die Stimmung an den Märkten drehen kann. Der Ausbruch des Iran-Krieges und die faktische Schliessung der Strasse von Hormus liessen die Energiepreise scharf ansteigen und konfrontierten Investoren mit einem toxischen Mix aus anziehender Inflation und sich eintrübenden Wachstumsaussichten. Die Aktienmärkte gaben breit nach – Europa und Grossbritannien, die stark von Energieimporten abhängig sind, wurden genauso getroffen wie Japan, das praktisch sein gesamtes Öl aus der Golfregion bezieht. Die US-Märkte boten als ebenfalls nur begrenzten Schutz. Für unseren Fonds zählt der März zu den anspruchsvollsten Monaten seit der Corona-Pandemie. Die Gewinne aus Januar und Februar wurden vollständig ausradiert.

Die W-EUR-Tranche erzielte eine Rendite von -8,92%. Eine Zahl, die ohne Beschönigung klar benannt werden soll. Marktverwerfungen und fundamentale Verschlechterungen sind jedoch nicht dasselbe. In Phasen wie im März, in denen die Kursbewegungen vom Sentiment und nicht von einer Veränderung der langfristigen Ertragskraft unserer Unternehmen getrieben werden, haben sich in der Vergangenheit regelmässig attraktive Einstiegsgelegenheiten in hochwertige Qualitätsunternehmen ergeben. Wir nehmen Volatilität ernst, lassen uns von ihr aber nicht leiten. In turbulenten Zeiten wie diesen bleiben Disziplin und ein langer Anlagehorizont unser wichtigster Kompass.

Portfolio: Rekordergebnisse in einem schwierigen Marktumfeld

Aus fundamentaler Optik war der März der informationsreichste Monat des Quartals. Eine Welle von Jahresergebnissen, Investorentagen und Strategiepräsentationen traf beinahe gleichzeitig ein und bot eine seltene Gelegenheit, den Puls des globalen Wassersektors zu fühlen. Fazit: Die Unternehmen, die Wasser managen, reinigen, verteilen und schützen, sind in guter Verfassung.

Praktisch jedes Portfoliounternehmen, das Jahreszahlen für 2025 vorlegte, hat die eigenen Ziele erreicht oder übertroffen. Diese Breite ist bemerkenswert – in einem Jahr mit erhöhten Zinsen, einem schwachen europäischen Baumarkt und spürbarem Gegenwind durch Währungseffekte. ACEA, Italiens grösstes Wasserversorgungsunternehmen, meldete ein EBITDA-Wachstum von 10% und einen Anstieg des Reingewinns um 45%, bei Investitionen von über 1,5 Mrd. EUR in regulierte Wasserinfrastruktur. Eine Aktienplatzierung durch den Mehrheitsaktionär Suez führte zu einem deutlichen Kursrückgang. Wir sehen darin eine Kaufgelegenheit, da der erhöhte Streubesitz zusätzliche institutionelle Investoren anziehen dürfte. SABESP, das privatisierte Wasserversorgungsunternehmen von São Paulo, das 30 Millionen Einwohner versorgt, hat seine Investitionen mehr als verdoppelt und die Ziele zur Abdeckung der Trinkwasser- und Abwasserversorgung vor dem geplanten Termin erreicht. Ein bedeutender Meilenstein, nicht nur eine Finanzkennzahl. Core & Main, das US-amerikanische Distributionsnetzwerk für Wasserinfrastruktur, verzeichnete das 16. Wachstumsjahr in Folge und gewann den grössten Auftrag zur Installation von Wasserzählern in der Geschichte der USA.

Hinter jedem Projekt in der Wasserwirtschaft steht ein Ingenieurunternehmen, das ihn plant – und hinter diesem Unternehmen steht wiederum ein Auftragsbestand. Im März war dieses Bild aussergewöhnlich stark. Webuild verfügte über einen Auftragsbestand von knapp 58 Mrd. EUR, davon 90% in politisch stabilen Märkten. Tetra Tech erhöhte die Jahresprognose und meldete einen Auftragsbestand von 5,4 Mrd. USD, der unter anderem von einem irischen Wasserprogramm im Umfang von 11,8 Mrd. EUR und einer stark wachsenden Nachfrage von Rechenzentren getragen wird, die enorme Mengen an aufbereitetem Wasser zur Kühlung benötigen. Die Auftragspipeline für Wasserinfrastruktur war selten stärker. Die Ertragsvisibilität für die nächsten zwei Jahre ist ausgezeichnet.

Bekanntlich hat aber jede Medaille zwei Seiten. Sika warnte vor einem schwächeren ersten Halbjahr im Zuge laufender Restrukturierungsmassnahmen und Geberit steht vor einem verhaltenen Jahresstart: Lagerabbau, schlechtes Wetter und leicht steigende Inputkosten belasten das Momentum und führten zu einem unter den Erwartungen liegenden Ausblick für das Gesamtjahr. Das Management setzt dennoch verstärkt auf neue Produkte, Digitalisierung und Logistikverbesserungen, um die Marktposition zu festigen, auch wenn diese Massnahmen die Margen kurzfristig belasten.

Regulierung: Die Regulierungswelle nimmt Fahrt auf

Die Wasserinfrastruktur rückt auf der politischen Agenda weiter nach oben und die Anforderungen verschärfen sich. Für Versorgungsunternehmen und Technologieanbieter wird die Richtung deutlich: Es gibt mehr Compliance-Anforderungen und einen breiteren Investitionsbedarf. Auf der anderen Seite des Atlantiks führte New York als erster US-Bundesstaat verbindliche Cybersicherheitsregeln für Wasser- und Abwasserunternehmen ein – mit Meldepflichten, strengeren Zugriffskontrollen und der Trennung von Betriebs- und externen IT-Systemen. Wasserinfrastruktur ist kritische Infrastruktur, und die Regulierung beginnt, sie entsprechend zu behandeln. Auf der Nachfrageseite ist dies bereits spürbar. Leckerkennung, intelligente Zähler und digitale Überwachungssysteme sind keine Nischenanwendungen mehr, sondern die Standardantwort auf Wasserknappheit und regulatorischen Druck.

Ausblick

Mit Beginn des zweiten Quartals rückt die Berichtssaison zurück in den Fokus – und damit die erste Gelegenheit, direkt von den Unternehmen zu erfahren, welche Auswirkungen das aktuelle Umfeld auf Auftragseingänge, Margen und Prognosen hat. Die zentrale Frage lautet: In welchem Umfang schlagen sich steigende Ölpreise auf die Kosten nieder und lassen sie sich weitergeben? Die Vergangenheit gibt Anlass zur Zuversicht. Wasserunternehmen haben generell die Fähigkeit gezeigt, Kosteninflation über Preise weiterzugeben. Insbesondere in regulierten Segmenten, in denen Tarifmechanismen einen strukturellen Puffer bieten.

Das Entwicklung der wichtigen Endmärkte ist zunehmend differenziert. Der kommunale Bereich bleibt am robustesten – die Ausgaben liegen weiterhin auf historisch hohem Niveau und werden durch langfristige Investitionszyklen sowie regulatorische Vorgaben gestützt, die von konjunktureller Unsicherheit unberührt bleiben. Im Industriebereich zeichnet sich echte Dynamik ab: Eine Umfrage der National Association of Manufacturers zeigt steigende Investitionsabsichten und eine erstmals seit Anfang 2022 wieder positive Lagerentwicklung. Rechenzentren bleiben ein strukturell starker Wachstumstreiber, von dem insbesondere Pumpen- und Filtrationsspezialisten direkt profitieren.

Die Bereiche Bau und Landwirtschaft hingegen verharren in einer Seitwärtsbewegung. Die lang erwartete Erholung im Wohnungsbau wird durch anhaltend hohe Hypothekarzinsen weiter nach hinten verschoben. Die Nachfrage nach wohnungsbaugebundenen Wasserprodukten wird jedoch eher aufgeschoben als aufgehoben.

Das Gesamtbild für das zweite Quartal ist eines der Selektivität, nicht der breiten Beschleunigung: stark dort, wo es am meisten zählt, und geduldig dort, wo die Erholung noch auf sich warten lässt.

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