Wasser als Investmentthema: Branchentrends und Portfolioentwicklungen
Der Tareno Global Water Solutions Fund erzielte im Berichtszeitraum eine Rendite von +5,14% (Tranche W‑EUR) und machte damit die Verluste des Vormonats zu einem grossen Teil wett.
Regulierung, Finanzierung und industrielle Nachfrage
Im April rückte erneut ein zentrales Thema der Wasserbranche in den Vordergrund: die Finanzierung der dringend notwendigen Infrastrukturinvestitionen. Der Branchenbericht „State of the Water Industry 2026“ der AWWA zeigt, dass viele Wasserleitungen, Kläranlagen und Versorgungssysteme modernisiert werden müssen, gleichzeitig aber zahlreiche Versorger finanziell unter Druck stehen. Viele Unternehmen können ihre laufenden Kosten noch immer nicht vollständig über Gebühren und Tarife decken. Für Investoren ist das eine wichtige Entwicklung: Der Investitionsbedarf bleibt hoch und langfristig intakt, die Umsetzung neuer Projekte dürfte jedoch nicht überall gleich schnell erfolgen.
Auch die US-Umweltbehörde EPA kündigte im April zusätzliche Mittel für Abwasser- und Regenwasserprojekte an. Die bereitgestellten rund USD 80 Millionen sind gemessen am Gesamtbedarf zwar überschaubar. Sie zeigen aber, dass Investitionen in die Modernisierung von Wasserinfrastruktur politisch weiterhin unterstützt werden.
Zunehmend relevant wird zudem der Wasserbedarf von Rechenzentren. Laut Global Water Intelligence führten Sorgen um die Wasserverfügbarkeit in einzelnen Regionen der USA bereits zu temporären Einschränkungen neuer Bauprojekte. Damit gewinnt das Thema Wassereffizienz für Unternehmen, die Lösungen zur Wiederverwendung, Überwachung und effizienteren Nutzung von Wasser anbieten, weiter an Bedeutung.
Portfolioübergreifende Betrachtung
Die laufende Berichtssaison zeigt weiterhin ein ähnliches Bild: Weltweit investieren Versorgungsunternehmen verstärkt in die Modernisierung ihrer Wasserinfrastruktur. In Grossbritannien kündigte United Utilities Investitionen von rund GBP 2.5 Milliarden in den Ausbau und die Erneuerung der Wassernetze an. Der brasilianische Wasserversorger SABESP plant für 2026 Investitionen von rund BRL 20 Milliarden, während auch California Water Service Group und Middlesex Water ihre Ausgaben für Leitungen, Netze und Wasseraufbereitung weiter erhöhen.
Von dieser Entwicklung profitieren Unternehmen, die Wasserprojekte planen, bauen oder mit technischer Ausrüstung beliefern. Dazu gehören Engineeringfirmen wie Tetra Tech und Arcadis ebenso wie Pumpen- und Komponentenhersteller wie Gorman-Rupp oder IDEX Corporation. Bei Tetra Tech zeigte sich dies bereits konkret in den Quartalszahlen: Das britische Wassergeschäft wuchs zuletzt um 12%, getragen von einer zunehmenden Zahl neuer Infrastrukturprojekte.
Auch die Digitalisierung des Wassersektors gewinnt weiter an Fahrt. Veolia rückte bei seiner Strategiepräsentation im April digitale Wassermanagementlösungen in den Vordergrund, Itron steigerte erneut seine wiederkehrenden Software- und Analyseerlöse und SABESP treibt den Ausbau intelligenter Wasserzähler voran, um Netzverluste zu senken und die Überwachung zu verbessern. All dies zeigt, dass Versorgungsunternehmen zunehmend nicht nur in physische Infrastruktur investieren, sondern auch in Software, Sensorik und Effizienzlösungen, die Betriebskosten senken und die Netzleistung steigern.
Die PFAS-Regulierung etablierte sich weiter als wichtiges Portfoliothema. Lösungsanbieter wie Veolia oder Veralto berichteten über verstärkte Aktivitäten in diesem Bereich. Versorgungsunternehmen rüsten ihre Aufbereitungsanlagen nach, um den verschärften Wasserqualitätsvorgaben gerecht zu werden; Technologieanbieter profitieren von der wachsenden Nachfrage nach entsprechenden Filtrations- und Behandlungslösungen.
Nicht alle Meldungen des Monats waren positiv. Kemira verzeichnete Währungsgegenwind und Störungen durch die Spannungen rund um den Iran-Konflikt; Sulzer meldete Verzögerungen bei einigen Projekten im Nahen Osten; und A. O. Smith sieht sich weiterhin mit schwächerer Nachfrage in China konfrontiert. Zum jetzigen Stand erscheinen diese Belastungen beherrschbar und dürften den langfristigen Ausblick nicht grundlegend verändern.
Portfoliopositionierung
Die Entwicklungen im April bestärken uns in unserem ausgewogenen Portfolioansatz. Die Kombination aus defensiveren Wasserversorgern und Infrastrukturbetreibern auf der einen und zyklischeren Industrie- und Technologiewerten auf der anderen Seite verleiht dem Portfolio Stabilität über verschiedene Marktphasen hinweg.
Wir befinden uns derzeit etwa in der Mitte der Berichtssaison. Auf Basis der vorliegenden Ergebnisse sehen wir keine Anzeichen dafür, dass die positive Dynamik des Aprils wesentlich nachlässt. Dennoch bleibt das geopolitische Umfeld schwer einschätzbar, insbesondere was Energiepreise, Lieferketten und Wechselkurse betrifft. Wir behalten regulatorische Entscheidungen in den USA, Finanzierungsentwicklungen im britischen Wassersektor sowie das Tempo der Margenerhöhung bei China-exponierten Unternehmen weiterhin eng im Blick.
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Publikationen
Tareno Wasserfonds
Verantwortlich
Stefan Schütz
Fund Manager
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