Worauf Sie vor dem Kauf eines Fonds achten sollten

Neben Direkt­an­lagen kann es sinnvoll sein, in Fonds, sogenannte kollek­tive Anlage­instru­mente, zu investieren. Unser Leitfaden zeigt Ihnen, worauf es bei der Fonds­aus­wahl ankommt.

Erstens: Klarheit schaffen

Bevor Sie einen Fonds kaufen, stellen Sie sich diese drei Fragen:

  • Was ist mein Anlage­ziel?
  • Was ist mein Anlage­ho­ri­zont?
  • Wie viel Risiko bin ich bereit und in der Lage einzu­gehen?

Notieren Sie im ersten Schritt, welches Ziel Sie verfolgen möchten. Sparen Sie für einen bestimmten Zweck? Oder möchten Sie die Kaufkraft Ihrer Erspar­nisse trotz Infla­tion erhalten? Möchten Sie Ihr bestehendes Portfolio breiter aufstellen oder gezielt in einen bestimmten Markt oder Trend investieren? Die Antwort ist sehr indivi­duell und entscheidet darüber, welcher Fonds am besten zu Ihnen passt.

Bestimmen Sie nun Ihren Anlage­ho­ri­zont. Wie lange möchten Sie Ihr Kapital investieren? Sind Sie kurzfri­stig auf das Kapital angewiesen oder sparen Sie für Ihr Kind/Enkelkind/Gottikind oder die noch weit entfernte Pension? Der Anlage­ho­ri­zont ist entschei­dend für die Wahl des Fonds und das Risiko, das Sie eingehen können. Grund­sätz­lich gilt: Je länger Ihr Anlage­ho­ri­zont ist, desto mehr Risiken können Sie eingehen.

Beson­ders wichtig ist Ihr persön­li­ches Risiko­profil. Definieren Sie für sich, wie viel Risiko Sie angesichts Ihres Anlage­ho­ri­zonts und Ihrer finan­zi­ellen Situa­tion eingehen können und wollen.

Viele Banken und Vermö­gens­ver­walter, so auch wir bei Tareno, unter­stützen Sie bei diesen Fragen gerne mit einem persön­li­chen Beratungs­ge­spräch.

Zur Anlage­be­ra­tung

Sobald Sie wissen, was Sie wollen, ist es an der Zeit, sich mit dem Universum der Fonds zu beschäf­tigen.

Fonds-Universum – Was sind Fonds und wie unter­scheiden sie sich?

Grund­sätz­lich ist ein Fonds ein Finanz­pro­dukt, das Gelder vieler Anleger bündelt und es nach einer festge­legten Strategie in verschie­dene Anlage­klassen wie Aktien, Obliga­tionen oder Immobi­lien investiert. Ein einfa­cher Vergleich: Ein Fonds ist wie ein Obstkorb, der aus verschie­denen Früchten besteht, und nicht nur aus Äpfeln. So haben Sie stets eine Auswahl und profi­tieren auch dann, wenn eine bestimmte Frucht einmal nicht so gut ist.

Fonds unter­scheiden sich anhand verschie­dener Krite­rien:

Anlage­klassen

  • Aktien­fonds investieren in börsen­no­tierte Unter­nehmen. Sie bieten hohe Rendi­te­chancen, schwanken dafür stärker und eigenen sich für einen langfri­stigen Anlage­ho­ri­zont.
  • Obliga­tio­nen­fonds (Renten­fonds) setzen auf Anleihen, sind stabiler, dafür um einiges rendi­te­schwä­cher – ideal für mittel­fri­stige Anlagen.
  • Geldmarkt­fonds investieren in Staats­an­leihen, Termin­gelder oder Unter­neh­mens­an­leihen mit kurzer Laufzeit. Diese Anlagen gelten als risiko­ärmer, bieten aber weniger Ertrags­po­ten­zial. Ideal für einen kurzen Anlage­ho­ri­zont.
  • Misch­fonds kombi­nieren verschie­dene Anlage­klassen wie Aktien und Anleihen und sprechen Anleger mit mittlerer Risiko­be­reit­schaft an.
  • Wer gezielt Trends abbilden möchte, greift zu Themen- oder Branchen­fonds. Etwa im Bereich Techno­logie, Gesund­heit, Nachhal­tig­keit, Künst­liche Intel­li­genz, Wasser oder vieles mehr.

Bei Themen­fonds gilt es zusätz­liche Krite­rien zu prüfen. Ein etablierter Fonds­an­bieter mit klarem Fokus auf Qualität und Trans­pa­renz ist ein gutes Zeichen. Ebenso Fonds­ma­nager mit Erfah­rung und einem stabilen Team. Auch unabhän­gige Rating­agen­turen (z.B. Morningstar), Gütesiegel wie Nachhal­tig­keits­ra­tings oder Auszeich­nungen geben Hinweise auf die Qualität eines Fonds.

Manage­ment­stil

  • Aktiv gemanagte Fonds werden von Fonds­ma­na­gern aktiv verwaltet und verfolgen ein bestimmtes Ziel. Diese Agilität ist vor allem in Nischen- und Themen­märkten, bei Small Caps (das sind kleinere börsen­no­tierte Unter­nehmen) oder Emerging Markets ein Vorteil. Dort gilt es die guten Investi­tionen durch Wissen und Erfah­rung von den Schlechten zu trennen und für Investoren die bestmög­liche Rendite zu erziehen. Ein Beispiel dafür ist unser spezia­li­sierter Wasser­fonds. Die Kehrseite sind etwas höhere Manage­ment Kosten.
  • Passive Fonds, z.B.  ETFs oder Index­fonds, bilden einen Index (Markt) ab, sind deutlich günstiger und eignen sich gut für breit gestreute, langfri­stige Anlage­stra­te­gien. Es gibt dabei kein aktives Eingreifen bei Markt­schwan­kungen.

Fonds­truktur

  • Physi­sche Fonds sind tatsäch­lich im Besitz der Vermö­gens­werte (z.B. Aktien). Der Fonds hält die Werte, in die er investiert. Damit sind Anleger über den Fonds an den echten Vermö­gens­werten betei­ligt. Diese Struktur ist empfeh­lens­wert.
  • Synthe­ti­sche Fonds sind nicht direkt im Besitz der Vermö­gens­werte. Statt­dessen bilden sie die Entwick­lung der gewünschten Werte über Finanz­in­stru­mente nach, sodass Anleger an deren Wertent­wick­lung teilhaben, ohne dass die Vermö­gens­werte tatsäch­lich im Fonds liegen. Dadurch entstehen zusätz­liche Risken, da Anleger von der Zahlungs­fä­hig­keit der Heraus­geber abhängig sind. Insge­samt sind die Funkti­ons­weise und Risiken für Anleger oft weniger trans­pa­rent.

-> Ob ein Fonds physisch oder synthe­tisch ist, erfahren Sie im Facts­heet. Entweder in der Beschrei­bung des Fonds oder in den Eckdaten. In gewissen online Tools kann man auch danach filtern. Auf www.justetf.com werden physi­sche Fonds als „Vollständig” oder „Sampling” bezeichnet, synthe­ti­sche Fonds dagegen als „Hybrid” oder „Swap”.

Ertrags­ver­wen­dung

  • Ein ausschüt­tender Fonds gibt die Erträge, wie Zinsen oder Dividenden, regel­mässig an Sie weiter. Damit erhalten Sie laufende Auszah­lungen direkt aus den im Fonds gehal­tenen Vermö­gens­werten. Ausschüt­tende Tranchen eignen sich für Anleger, die beständig Erträge beziehen möchten, z.B. als Ergän­zung von Renten.
  • Ein thesau­ri­e­render Fonds behält die Erträge im Fonds und legt sie automa­tisch wieder an. Damit profi­tieren Anleger vom Zinses­zins­ef­fekt, da die Erträge selbst weitere Erträge erwirt­schaften. Thesau­ri­e­rende Varianten sind ideal für den langfri­stigen Vermö­gens­aufbau.

Bei der groben Eingren­zung können online Tools weiter­helfen. Es gibt viele Webseiten, auf denen Fonds einge­grenzt und gegen­über­ge­stellt werden können, ähnlich wie Sie es von Ihrer Hotel­suche bei Booking.com kennen. Eine solche Seite für passive Fonds mit vielen Filter­mög­lich­keiten ist beispiels­weise www.justetf.com/ch/. Andern­falls helfen Ihnen hier natür­lich Experten wie Tareno gerne weiter.

Bild vom Factsheet unseres Schweizer Aktienperlenfonds. Markiert sind die wichtigsten Kennzahlen von Fonds.

Welchen Fonds wähle ich?

Nach der ersten Filte­rung und groben Eingren­zung folgt die wichtige Detail­ar­beit: das Verglei­chen und Gegen­über­stellen der Fonds. Hierfür benötigen Sie das sogenannte Facts­heet. Ein Facts­heet bietet einen kompakten Überblick und enthält die wichtig­sten Infor­ma­tionen über einen Fonds. Alle Facts­heets müssen für Sie online frei zugäng­lich sein und folgende Infor­ma­tionen, wie unten aufge­führt, enthalten.

Zum Facts­heet

In Ihren Fonds investieren

Suchen Sie die Facts­heets der Handvoll Fonds heraus, die Sie zuvor gefil­tert haben, und markieren Sie die wichtig­sten Infor­ma­tionen. Verglei­chen Sie folgende Kennzahlen sorgfältig:

  • Handel­bar­keit: Ein Fonds sollte täglich handelbar sein.
  • Kosten: Je tiefer die Kosten, umso mehr Kapital bleibt übrig, um zu investieren. Die Kosten eines Fonds setzen sich aus verschie­denen Bestand­teilen zusammen:
    • Laufende Fonds­ko­sten (TER): Bei passiven Fonds wie ETFs sind sie in der Regel niedriger, zwischen 0.1 – 0.5%. Aktive Fonds weisen höhere Kosten auf, in der Regel zwischen 1 – 3%, und diffe­ren­zieren sich zusätz­lich nach unter­schied­li­chen Fonds­tran­chen.
    • Einma­lige Kosten: Werden teilweise einmalig berechnet und gibt es in unter­schied­li­chen Formen:
      • Ausga­be­auf­schlag: Wird beim Fonds­kauf anhand des Anteils­werts (meinen Anteil des gesamten Fonds) berechnet. Dieser geht bis 5 %, üblich sind 0–3 %. Ein Beispiel: Wenn ich 100 CHF investiere und der Ausga­be­auf­schlag 5 % beträgt, werden tatsäch­lich nur 95 CHF in den Fonds investiert. Die restli­chen 5 Franken gehen an den Heraus­geber des Fonds zur Deckung der Kosten.
      • Rücknah­me­ge­bühr: Wird beim Verkauf sehr selten auf den Anteils­wert erhoben und beträgt 0–1 %. Die Berech­nung erfolgt wie beim Ausga­be­auf­schlag, aller­dings wird sie auf den Verkaufs­wert des Produkts angewendet.
    • Externe Kosten: Dazu zählen beispiels­weise Depot‑, Trans­ak­tions- oder Beratungs­ge­bühren, die unabhängig vom Fonds­an­bieter von Ihrer Bank erhoben werden. Je nach Bank werden sie als Prozent­satz des Anlage­vo­lu­mens (meist zwischen 0,1 und 0,5 %) oder als Pauschal­be­trag pro Jahr verrechnet.

-> Unser Tipp: Achten Sie auf die Gesamt­ko­sten, also die Summe aller oben aufge­führten Kosten. Denn auch kleine Unter­schiede haben langfri­stig eine grosse Auswir­kung auf die Wertent­wick­lung Ihres Fonds. Prüfen Sie das Facts­heet und lassen Sie sich von Ihrer Bank oder Ihrem Vermö­gens­ver­walter eine trans­pa­rente Übersicht über alle anfal­lenden Kosten zusam­men­stellen.

  • Perfor­mance: Die Wertent­wick­lung eines Fonds in der Vergan­gen­heit kann Hinweise liefern, ist jedoch kein Garant für die zukünf­tige Perfor­mance.
  • Fondgrösse und Laufzeit: Prüfen Sie, wie gross ein Fonds ist und wie lange er bereits am Markt besteht. Ein zu kleiner Fonds birgt das Risiko einer mögli­chen Auflö­sung, während ein grosser Fonds mit langer Laufzeit ein Indiz für Bestand sein kann.
  • Richtige Fonds­tranche: Viele Fonds gibt es in unter­schied­li­chen Tranchen, also Varianten desselben Fonds. Sie unter­scheiden sich beispiels­weise darin, ob Erträge ausge­schüttet oder reinve­stiert werden, ob sie sich an Privat­an­leger oder insti­tu­tio­nelle Anleger richten, in der Währung oder bei der Währungs­ab­si­che­rung.
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Fazit und Hilfe: Was soll ich tun, wenn ich Fragen habe?

Die Auswahl des richtigen Fonds kann komplex sein. Wie Sie gesehen haben, gibt es viele Faktoren zu berück­sich­tigen: von der Zielset­zung über die Kosten bis hin zur passenden Tranche. Wenn Sie unsicher sind oder eine zweite Meinung wünschen, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Gemeinsam finden wir die Anlage­lö­sung, die zu Ihnen und Ihren Zielen passt.

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