2026 – Ein aussichts­rei­cher Jahrgang

Während sich das Jahr dem Ende zuneigt, richten wir den Blick nach vorn. Für 2026 zeichnet sich ein überdurch­schnitt­li­ches Anlage­jahr ab, getragen von drei funda­men­talen Rücken­winden: einer global expan­siven Fiskal­po­litik, der fortge­setzten Locke­rung der Geldpo­litik und rasantem techno­lo­gi­schen Fortschritt. Was dies für die Asset Alloca­tion bedeutet und wo wir die grössten Chancen und Risiken verorten, lesen Sie in dieser Ausgabe.

Drei globale Treiber für 2026

Wir blicken mit fundierter Zuver­sicht auf das Jahr 2026 voraus. Unsere Haltung stützt sich auf drei wesent­liche Faktoren, die für ein robustes und breit abgestütztes Wachstum sprechen.

Expan­sive Fiskal­po­litik: Die Staats­aus­gaben verbleiben global auf hohem Niveau und fungieren als verläss­li­cher Konjunk­tur­motor. In den USA wird ein Defizit von 8% angepeilt, flankiert von umfas­senden Deregu­lie­rungs­mass­nahmen. Auch China stützt seine Binnen­wirt­schaft mit einem Defizit in ähnli­cher Dimen­sion, während Deutsch­land seine Neuver­schul­dung auf 4% ausweitet, um den Investi­ti­ons­stau in der Infra­struktur aufzu­lösen. Während diese Ausga­ben­po­litik langfri­stig berech­tigte Fragen zur Schul­den­trag­fä­hig­keit aufwirft, stimu­liert sie kurzfri­stig das reale Wirtschafts­wachstum spürbar.

Locke­rere Geldpo­litik: Die verbes­serte Liqui­dität und sinkende Finan­zie­rungs­ko­sten verleihen der Wirtschaft neuen Schub. Das «Quanti­ta­tive Tightening» (QT) der Fed endete am 1. Dezember. Für 2026 sind mehrere Zinssen­kungen das wahrschein­lichste Szenario. Da auch andere Noten­banken (Gross­bri­tan­nien, Kanada, diverse Schwel­len­länder) ihre Zügel lockern, fliesst wieder vermehrt Kapital in die Märkte.

Techno­lo­gi­scher Fortschritt: Der Ausbau der Rechen­lei­stung für Cloud- und KI-Modelle setzt sich unver­min­dert fort. Entschei­dend ist der nun einset­zende Wandel in der Anwen­dung: Wir bewegen uns weg von simplen Chatbots hin zu autonomen KI-Agenten und physi­scher KI (Robotik, autonomes Fahren). Die Moneta­ri­sie­rung dieser massiven Investi­tionen wird 2026 durch greif­bare Produk­ti­vi­täts­ge­winne in der Breite der Unter­neh­mens­land­schaft sichtbar werden.

Konse­quenzen für die Asset Alloca­tion

Dieses makro­öko­no­mi­sche Umfeld begün­stigt primär Sachwerte (Aktien, Immobi­lien, Infra­struktur, Gold, Krypto-Assets). Die globalen Aktien­märkte dürften von einem zweistel­ligen Gewinn­wachstum angetrieben werden. Positiv ist, dass sich dieses Wachstum – in den letzten Jahren stark auf Techno­logie konzen­triert – 2026 verbrei­tern wird. Segmente, die über die letzten Jahre stagnierten, finden zu alter Ertrags­stärke zurück.

Zusätz­liche Zuver­sicht schöpfen wir aus den Bewer­tungen, die in der Breite moderat ausfallen und Raum für ein «Re-Rating» lassen. Viele Markt­seg­mente handeln auf oder unter ihrem histo­ri­schen Durch­schnitt – so etwa das Gesund­heits­wesen, Neben­werte (Small & Mid Caps) oder das Thema Wasser. Unsere Portfo­lios weisen trotz einer 25-prozen­tigen Techno­logie-Gewich­tung aktuell ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von unter 20 auf, was angesichts der Wachs­tums­per­spek­tiven attraktiv bewertet ist.

Gegen­über Anleihen sind wir hingegen vorsichtig gestimmt. Die hohen Staats­aus­gaben sorgen für ein konstant hohes Angebot an Schuld­ti­teln, während eine struk­tu­rell höhere Infla­tion die Realren­diten tief halten dürfte. Hier manife­stiert sich das Risiko der «finan­zi­ellen Repres­sion»: Eine staat­liche Einfluss­nahme, um Zinsen künst­lich tief zu halten und Spargelder in Obliga­tionen zu lenken, damit die Schul­den­last tragbar bleibt. Die klassi­sche Schutz- und Rendi­te­funk­tion von Staats­an­leihen im Portfolio nimmt dadurch signi­fi­kant ab.

Wo liegen die Chancen?

Wir fokus­sieren uns auf Markt­seg­mente, die in vielen Portfo­lios unter­re­prä­sen­tiert sind und eine attrak­tive Bewer­tung aufweisen:

Defen­sive Sektoren (Gesund­heit & Basis­konsum): Hier besteht eine signi­fi­kante Bewer­tungs­dis­kre­panz zu zykli­schen Sektoren. Die Unsicher­heit bezüg­lich regula­to­ri­scher Eingriffe in Arznei­mit­tel­preise hat abgenommen, weshalb wir bereits im September voraus­schauend umgeschichtet haben. Wir erwarten, dass sich diese Sektor-Rotation fortsetzt.

Neben­werte (Small & Mid Caps): Diese weisen einen deutli­chen Bewer­tungs­ab­schlag gegen­über Large Caps auf. Der konjunk­tu­relle Aufschwung und tiefere Leitzinsen wirken hier als doppelte Trieb­feder.

Privat­märkte & Infra­struktur: Da der Geldmarkt mit sinkenden Zinsen an Attrak­ti­vität verliert, suchen Investoren nach Rendi­te­al­ter­na­tiven. Wir setzen auf Infra­struktur (zuver­läs­sige, oft infla­ti­ons­ge­kop­pelte Cashflows) und Private Equity (Zugang zu Innova­tionen, die an den öffent­li­chen Börsen weniger verfügbar sind).

Risiken im Blick

Trotz unseres Optimismus bleiben wir wachsam. Die grössten Risiken sehen wir in geopo­li­ti­schen Schocks und einer Rückkehr der Infla­tion, ausge­löst durch Zweit­run­den­ef­fekte der Zölle, was den Spiel­raum für Zinssen­kungen einschränken würde.

 

Heraus­geber: Tareno AG, Garten­strasse 56, 4052 Basel, Tel. +41 61 282 28 00, info@​tareno.​ch, www.tareno.ch. Wir freuen uns über Rückmel­dungen zu unserer Publi­ka­tion. Vorlie­gender Inhalt dient ledig­lich zu Infor­ma­ti­ons­zwecken. Die Publi­ka­tion enthält weder Rechts- noch Anlage­be­ra­tung oder Anlage­emp­feh­lungen und stellt auch kein Angebot bezie­hungs­weise keine Auffor­de­rung zur Tätigung einer Anlage dar.

Bilder / Grafiken: Die Grafiken wurden von der Tareno AG aus öffent­li­chen Markt­daten gefer­tigt.

Autor

Simon Lutz
Simon Lutz
Chief Investment Officer

Haben Sie Fragen zu diesem Thema?

Unser Portfolio Manage­ment Team steht Ihnen für Erklä­rungen und Erläu­te­rungen gerne zur Verfü­gung.

Erfahren Sie mehr über uns

Vermö­gens­ver­wal­tung

Publi­ka­tionen