Finanzmärkte im Umbruch: Markante Verschiebungen unter der Oberfläche
Konjunktur zieht an
In den ersten Wochen des Jahres wurde der mediale Diskurs fast ausschliesslich von geopolitischen Spannungen dominiert. Dabei geriet das eigentliche ökonomische Ereignis beinahe in den Hintergrund: Die globale Konjunkturdynamik gewinnt spürbar an Fahrt. Getrieben wird sie von strukturellen Kräften, die wir seit Längerem thematisieren: global hohe Staatsausgaben, ein breit angelegter Investitionszyklus sowie zunehmend greifbare Produktivitätsgewinne durch den Einsatz künstlicher Intelligenz.
Besonders erfreulich ist das Erwachen der Industrie. Nach dreijähriger Rezession kehrt das verarbeitende Gewerbe weltweit in den Expansionsmodus zurück.

Für Unternehmen bedeutet dies ein zunehmend breit abgestütztes Gewinnwachstum, was ein solides Fundament für steigende Aktienmärkte im weiteren Jahresverlauf bildet.
Aktienrotation in vollem Gange
Diese veränderte Wachstumsdynamik bleibt an den Märkten nicht folgenlos. Seit einigen Monaten beobachten wir eine ausgeprägte Aktienrotation. Nebenwerte (Small & Mid Caps), Schwellenländer sowie die zyklischen Sektoren Industrie, Energie und Grundstoffe weisen eine klare relative Stärke auf und haben den Weltaktienindex deutlich hinter sich gelassen.

Trotz dieser Entwicklung sind die Bewertungsabschläge weiterhin erheblich. Gleichzeitig bleiben diese Marktsegmente in vielen globalen Portfolios unterrepräsentiert. Beides spricht für weiteres Aufholpotenzial, insbesondere in einem Umfeld, in dem das Wachstum wieder breiter abgestützt ist.
Auch im Technologiesektor eröffnen sich Chancen. Der jüngste Ausverkauf bei Software-Titeln ermöglicht es Investoren, die hier unterinvestiert sind, selektiv Positionen aufzubauen. Attraktiv erscheinen globale Marktführer wie Microsoft und SAP sowie der strategisch bedeutende Bereich Cybersecurity.
Gezielte Portfolioanpassungen
Eine Welt im Wandel erfordert nicht nur eine aktive Aktienauswahl, sondern auch ein Umdenken in der Vermögensallokation. Über Jahrzehnte funktionierte das klassische Portfolio aus Aktien und Obligationen zuverlässig: Obligationen federten Rezessionen ab, Aktien sorgten für reale Vermögenszuwächse. Doch die Rahmenbedingungen haben sich verschoben. Eine protektionistische Handelspolitik, der rohstoffintensive Umbau der Infrastruktur sowie die weltweit ausufernde Staatsverschuldung verändern die Risikolandschaft fundamental. Das dominante Portfoliorisiko sind heute nicht mehr deflationäre Schocks, sondern wiederkehrende Inflationsschübe und eine schleichende Geldentwertung.
Die Schutzfunktion von Obligationen nimmt in diesem Kontext ab, erst recht, wenn man die bescheidenen Renditeniveaus berücksichtigt. Die Suche nach Alternativen ist anspruchsvoll, aber nicht aussichtslos. Wir setzen auf Gold, ausgewählte Kryptowährungen, private Infrastrukturanlagen sowie Aktien mit Rohstoffbezug. Flankiert wird diese Positionierung durch einen hohen Anteil an Schweizer Franken und eine gezielte Teilabsicherung des US-Dollar-Risikos.
Angesichts der globalen Umbrüche sehen wir Anpassungsfähigkeit und Weitblick als entscheidende Zutaten, um die Widerstandsfähigkeit unserer Portfolios zu sichern und unseren überzeugenden Leistungsausweis fortzuführen.
Herausgeber: Tareno AG, Gartenstrasse 56, 4052 Basel, Tel. +41 61 282 28 00, info@tareno.ch, www.tareno.ch. Wir freuen uns über Rückmeldungen zu unserer Publikation. Vorliegender Inhalt dient lediglich zu Informationszwecken. Die Publikation enthält weder Rechts- noch Anlageberatung oder Anlageempfehlungen und stellt auch kein Angebot beziehungsweise keine Aufforderung zur Tätigung einer Anlage dar.
Bilder / Grafiken: Die Grafiken wurden von der Tareno AG aus öffentlichen Marktdaten gefertigt.
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