Fund Manager Review Oktober 2023

Foto Sanfte Wellen auf Wasseroberfläche

Süsses oder Saures

Der Oktober war ein schlechter Monat für die Finanz­märkte. Die Liste der Sorgen­kinder war lang: übermäs­sige Infla­tion, eine mögliche weitere Straf­fung durch die Fed (oder zumin­dest höhere Zinssätze für längere Zeit), steigende Haushalts­de­fi­zite, die zu immer mehr Neuemis­sionen von Staats­an­leihen führen, wachsende geopo­li­ti­sche Bedenken, eine mögliche kurzfri­stige Rezes­sion und das Schreck­ge­spenst der US-Schul­den­ober­grenze (ja, schon wieder), deren Errei­chen am 17. November ansteht.

Die Kurse langfri­stiger Staats­an­leihen fielen stark, wobei die 10-jährige Rendite 5% erreichte (so hoch wie zuletzt 2007), und auch die Aktien­märkte hatten zu kämpfen. Der S&P500 fiel um 2.1%, der Nasdaq um 6.4% und der Small-Cap-Index Russell2000 um 6.1%.

Der MSCI Europe ex-UK Index sank im Monats­ver­lauf um 3.3%, da sich die wirtschaft­li­chen Aussichten für die Eurozone weiter eintrübten. Im Verei­nigten König­reich fiel der FTSE All-Share um 4.1% und auch die japani­schen Aktien gaben nach: Der TOPIX-Index fiel trotz der Schwäche des Yen um 3.0%.

Der Tareno Global Water Solutions Fund erzielte im Berichts­monat eine Perfor­mance von ‑4,93% (R1 EUR).

 

Die vier Endmärkte

Industrie:

Der Industrie­sektor entwickelt sich gut, angetrieben durch Initia­tiven zur Stand­ort­ver­la­ge­rung und den daraus folgenden Investi­tionen in Wasser­tech­no­lo­gien. Die Nachfrage bleibt trotz der Heraus­for­de­rungen in der breiteren wirtschaft­li­chen Landschaft stark. Während einige Nischen, wie etwa die Wasser­auf­be­rei­tung im Bereich «health care» Anzei­chen einer Verlang­sa­mung zeigen, sind die Aussichten für den Industrie­sektor insge­samt günstig.

Versorger, öffent­liche Hand:

Kurzfri­stig zeigt sicher der kommu­nale Absatz­markt stabil, und die Auftrags­bü­cher werden weiter abgear­beitet. Die Investi­ti­ons­laune der Kommunen könnte sich jedoch eintrüben, da die Auswir­kungen der jüngsten Zinser­hö­hungen ungewiss bleiben. Im Wasser-/Abwasser- und Umwelt­sektor ist die Projekt­ak­ti­vität in den letzten Wochen zurück­ge­gangen.

Bau:

Die Nachfrage nach Wohnim­mo­bi­lien ist rückläufig, was wahrschein­lich auf die steigenden Zinsen zurück­zu­führen ist. Der Nicht­woh­nungsbau ist überra­schen­der­weise nach wie vor wider­stands­fähig. Es gibt jedoch Anzei­chen dafür, dass auch dieser Sektor in naher Zukunft vor Heraus­for­de­rungen stehen könnte. Der Archi­tec­tural Billings Index ist im September deutlich gesunken, was auf mögliche Schwie­rig­keiten hinweist.

Bewäs­se­rung:

Der Landwirt­schafts­sektor hat mit Gegen­wind durch niedri­gere Rohstoff­preise zu kämpfen. Die Maispreise sind deutlich niedriger als vor einem Jahr, was sich negativ auf die Nachfrage nach Bewäs­se­rungs­tech­no­lo­gien auswirkt.

 

Unser Monat im Wasser

Die meisten Firmen aus unserem Universum veröf­fent­li­chen ihre Resul­tate im Oktober. Der Nachrich­ten­fluss ist entspre­chend dicht. Die meisten Ergeb­nisse fielen besser aus als erwartet, aber die teilweise getrübten Aussichten für das kommende Jahr führten in einzelnen Fällen zu unbere­chen­baren Markt­re­ak­tionen. Es gab solide Berichte von Badger Meter (höhere Margen, die aber bereits im Kurs nieder­ge­preist waren), Mueller Industries (übertraf die Erwar­tungen bezüg­lich Umsatz und Margen), A.O. Smith (übertraf die Erwar­tungen und erhöhte den Ausblick) und Gorman Rupp (starkes Umsatz­wachstum und höhere Margen). Zurück­hal­tende Kommen­tare gab es von Pentair (Resul­tate im Rahmen der Erwar­tungen, aber gekürzte Prognosen), Franklin Electric (laue Ergeb­nisse und gesenkte Prognosen), Xylem (unter dem Konsens aufgrund schwä­cherer Margen) und Ecolab (Ergebnis verfehlt, aber starke Umsätze).

Abseits der Quartals­be­richte lieferten im Oktober vor allem die Wasser­ver­sorger Severn Trent (+12%) und United Utili­ties (+11%) einen positiven Beitrag. Die briti­schen Wasser­ver­sor­gungs­un­ter­nehmen haben ihre Geschäfts­pläne für den Zeitraum 2025–30 veröf­fent­licht, und die verstärkten Investi­tionen (haupt­säch­lich zur Verrin­ge­rung der durch Regen­wasser verur­sachten Überflu­tung der Kanali­sa­tion) wurden positiv aufge­nommen.

 

Jeder verdient einen ordent­li­chen Schreck an Hallo­ween

Unserer stammt von Valmont Industries, einem weltweit führenden Anbieter von Bewäs­se­rungs­sy­stemen. Im Jahr 2021 investierte das Unter­nehmen rund 300 Mio. USD in die Übernahme eines Agrotech­nik­un­ter­neh­mens namens Prospera. Die Idee war, KI-Techno­lo­gien in die zentrale Bewäs­se­rung zu integrieren, um eine Echtzeit-Analyse der Ernte zu entwickeln. Auf dem Kapital­markttag im Mai gab Valmont einen optimi­sti­schen Ausblick für sein Agrotech­nik­ge­schäft und vermit­telte den Eindruck, dass das Wachstum die Erwar­tungen übertrifft. Im Oktober verfehlte Valmont die Erwar­tungen, da das Unter­nehmen eine Wertbe­rich­ti­gung auf Prospera vornahm (fast die Hälfte des Betrags, den es dafür bezahlt hatte). Das Manage­ment erwähnte ein langsa­meres Wachstum und niedri­gere Adopti­ons­raten als ursprüng­lich geplant. Infol­ge­dessen verlor die Aktie am selben Tag fast 15%.

Wir haben uns entschlossen, die Position zu veräus­sern, da das Manage­ment einige Zeit brauchen wird, um das Vertrauen wieder­her­zu­stellen. Wir reduzierten die Positionen in Badger Meter und EVN AG, um einen Teil des Gewinns mitzu­nehmen. Den Erlös verwen­deten wir zum Aufbau von Positionen in Masco (Sanitär­be­darf) und Idex (Fluid Handling).

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