Tareno Wasser­fonds im Dezember

Die Entwick­lung im Dezember bestä­tigte die anhal­tend robuste Investi­ti­ons­tä­tig­keit im kommu­nalen Wasser­in­fra­struk­tur­be­reich. Dies stützt die These, dass regula­to­ri­sche Vorgaben, der Ersatz alternder Netze, der Austausch von Bleilei­tungen sowie die PFAS-Sanie­rung die Nachfrage nachhaltig tragen. Staat­liche Förder­pro­gramme wie der U.S. Infras­truc­ture Invest­ment and Jobs Act und die State Revol­ving Funds wirken dabei stabi­li­sie­rend, auch in einem Umfeld erhöhter makro­öko­no­mi­scher Unsicher­heit. Im industri­ellen Segment bleiben Rechen­zen­tren ein wesent­li­cher Wachs­tums­treiber. Flüssig­küh­lung gewinnt gegen­über Luftküh­lung konti­nu­ier­lich an Bedeu­tung und schafft zusätz­liche Absatz­po­ten­ziale für wasser­be­zo­gene Anbieter. Gleich­zeitig erfor­dern Geneh­mi­gungs­ver­fahren regel­mässig Brand­schutz- und Entwäs­se­rungs­sy­steme, wovon kurzfri­stig insbe­son­dere Pumpen­her­steller profi­tieren.

Regula­to­ri­sches Umfeld

Im Dezember 2025 wurden keine relevanten neuen regula­to­ri­schen Entwick­lungen verzeichnet. Die anhal­tende Stärke im kommu­nalen Markt­seg­ment, auf die zahlreiche Unter­nehmen verwiesen, deutet jedoch darauf hin, dass die Umset­zung der revidierten Lead and Copper Rule der U.S. EPA sowie neue PFAS-Vorgaben weiterhin die Projekt­pipe­lines und Budget­prio­ri­täten der Wasser­ver­sorger prägen. Diese Faktoren dürften die Investi­ti­ons­tä­tig­keit über mehrere Jahre hinweg stützen.

Konso­li­die­rung im Umwelt­be­ra­tungs­sektor: WSP baut US-Präsenz aus

WSP Global gab am 15. Dezember 2025 die Übernahme von TRC Compa­nies für USD 3,3 Milli­arden bekannt. Mit der Trans­ak­tion wird WSP zum grössten Ingenieur­dienst­lei­ster in den USA mit rund 27’000 Mitar­bei­tenden. Gleich­zeitig stärkt das Unter­nehmen seine Position im Segment Power & Energy, das künftig rund 34 % der US-Netto­er­löse ausma­chen soll.

Die Akqui­si­tion erwei­tert die Kompe­tenzen entlang der gesamten Wasser-Wertschöp­fungs­kette, insbe­son­dere in den Berei­chen Umwelt­be­ra­tung und Projekt­ma­nage­ment für Wasser­ver­sorger. WSP positio­niert sich damit gezielt, um von langfri­stigen Infra­struk­tur­in­ve­sti­tionen zu profi­tieren, die durch regula­to­ri­sche Anfor­de­rungen, den Erneue­rungs­be­darf bestehender Systeme und den steigenden Klima­an­pas­sungs­be­darf getrieben werden.

Impli­ka­tionen für den Wasser­sektor

Die WSP-Trans­ak­tion sowie aktuelle Manage­ment-Kommen­tare und Quartals­be­richte im Sektor bestä­tigen mehrere struk­tu­relle Entwick­lungen. Die Verzah­nung zwischen Energie- und Wasser­sektor nimmt weiter zu, insbe­son­dere im Kontext von Elektri­fi­zie­rung und Rechen­zen­trums­wachstum. WSP hebt Power & Energy explizit als Wachs­tums­säule hervor und positio­niert Wasser­in­fra­struktur als komple­men­täre Kompe­tenz. Auch Gorman-Rupp verweist auf steigende Nachfrage nach Brand­schutz- und Kühlsy­stemen für Rechen­zen­tren, was die struk­tu­relle Verbin­dung zwischen Energie­be­darf, Kühlung und Wasser­nach­frage unter­streicht.

Gleich­zeitig bleibt M&A ein zentrales strate­gi­sches Instru­ment für skalierte Wasser­in­fra­struk­tur­un­ter­nehmen. Die Übernahme von TRC durch WSP sowie der Erwerb von Canada Water­works durch Core & Main zeigen, dass Markt­führer Konso­li­die­rung gezielt einsetzen, um ihre adres­sier­baren Märkte zu erwei­tern, Syner­gien zu reali­sieren und integrierte Lösungen anzubieten. Die Trans­ak­tionen erfolgen weiterhin zu diszi­pli­nierten Bewer­tungen; WSP zahlte das rund 12,5‑fache des EBITDA inklu­sive Syner­gien.

Die Nachfra­ge­vi­si­bi­lität im kommu­nalen Segment bleibt hoch. Manage­ment-Kommen­tare von Core & Main und Gorman-Rupp deuten darauf hin, dass die Investi­ti­ons­tä­tig­keit im öffent­li­chen Bereich minde­stens bis Mitte 2026 gut abgestützt ist. Dies schafft Ertrags­vi­si­bi­lität für Unter­nehmen mit hohem Public-Sector-Exposure und steht im Kontrast zu volati­leren Entwick­lungen im Bau- und Industrie­sektor.

Die Kapital­al­lo­ka­tion signa­li­siert Vertrauen in die Bilanz­stärke. Core & Main erhöhte das Aktien­rück­kauf­pro­gramm um USD 500 Millionen, während Gorman-Rupp die 53. Dividen­den­er­hö­hung in Folge ankün­digte. Beide Unter­nehmen unter­strei­chen damit ihr Bekenntnis zu stabilen Aktio­närs­ren­diten trotz weiterhin aktiver Akqui­si­ti­ons­stra­te­gien.

Auch die Margen­ent­wick­lung spricht für eine struk­tu­relle Verbes­se­rung der Ertrags­qua­lität im Sektor. Die Brutto­mar­gen­ex­pan­sion von 60 Basis­punkten bei Core & Main zeigt, dass Distri­bu­toren und Hersteller ihre Profi­ta­bi­lität durch opera­tive Diszi­plin, höhere Eigen­mar­ken­an­teile und eine optimierte Preis­ar­chi­tektur steigern können. Gorman-Rupp berich­tete über vergleich­bare Margen­fort­schritte infolge opera­tiven Lever­ages und Effizi­enz­stei­ge­rungen, was auf eine nachhal­tige Norma­li­sie­rung nach den pande­mie­be­dingten Liefer­ket­ten­stö­rungen hindeutet.

Demge­gen­über bleibt das Exposure zum Wohnbau kurzfri­stig ein Gegen­wind. Sowohl Core & Main als auch Gorman-Rupp verweisen auf eine anhal­tende Schwäche im Wohnbau­markt, wobei Core & Main für das vierte Quartal einen niedrigen zweistel­ligen Umsatz­rück­gang in diesem Segment erwartet. Die Stärke im kommu­nalen und gewerb­li­chen Bereich wirkt jedoch kompen­sie­rend und unter­streicht die Bedeu­tung einer breiten Endmarkt­di­ver­si­fi­ka­tion.

Portfo­lio­po­si­tio­nie­rung und Perfor­mance

Die Entwick­lungen im Dezember unter­mauern die Kernthese des Portfo­lios, wonach Wasser­in­fra­struktur von langfri­stigen regula­to­ri­schen Zyklen und Ersatz­in­ve­sti­tionen profi­tiert, die weitge­hend unabhängig von kurzfri­stiger konjunk­tu­reller Volati­lität sind. Der ruhige Nachrich­ten­fluss mit ledig­lich zwei relevanten Ergeb­nis­ver­öf­fent­li­chungen und einer grösseren M&A‑Ankündigung über 42 Positionen hinweg entspricht den typischen saiso­nalen Mustern im Industrie- und Infra­struk­tur­sektor.

Die WSP-TRC-Trans­ak­tion bleibt ein zentrales Beobach­tungs­thema für das erste Quartal 2026, insbe­son­dere mit Blick auf Integra­ti­ons­fort­schritte und die Finan­zie­rung. Kurzfri­stige Kursvo­la­ti­lität im Zusam­men­hang mit Kapital­mass­nahmen sollte dabei als takti­scher Faktor inner­halb einer strate­gisch überzeu­genden Trans­ak­tion betrachtet werden.

Der Tareno Global Water Solutions Fund verzeich­nete im Dezember eine Perfor­mance von ‑1,31% (W‑EUR-Tranche) und schloss damit ein insge­samt anspruchs­volles Jahr mit einer Jahres­per­for­mance von ‑1,46% ab.

Die geogra­fi­sche und subsek­to­rale Diver­si­fi­ka­tion des Portfo­lios über Ingenieur­dienst­lei­ster, Hersteller, Distri­bu­toren und regulierte Versorger hinweg sorgt weiterhin für Ausge­wo­gen­heit. Das hohe kommu­nale Exposure kompen­siert dabei die zykli­sche Schwäche im Wohnbau.

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Tareno Wasser­fonds

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Stefan Schütz
Fund Manager
s.​schuetz@​tareno.​ch

 

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Bilder: Jürg Kaufmann, Lucia Hunziker, Marijke Vosmeer