Wachstum, Regulierung, Innovation – Juli-Update im Wassersektor

Im Juli legte unser Tareno Global Water Solutions Fund +2,1 % zu (W EUR Tranche). Politische Initiativen, starke Unternehmenszahlen und technologische Innovationen befeuern den globalen Wassersektor – Fondsmanager Stefan Schütz gibt einen kompakten Überblick.

Politische Weichenstellungen: Regulierung gewinnt an Bedeutung

Im Juli zeichnete sich weltweit eine zunehmende politische Priorisierung des Themas Wassersicherheit ab. In den USA wächst die parteiübergreifende Unterstützung für neue gesetzliche Initiativen. Der erneut eingebrachte Healthy H20 Act sieht Fördermittel für die Wasserprüfung und -aufbereitung in ländlichen Regionen vor, insbesondere zum Schutz vor PFAS, Blei und Nitraten. Parallel dazu gewinnt der PFAS, Blei und Nitraten. Parallel dazu gewinnt der PFAS National Drinking Water Standard Act an Bedeutung – ein Gesetzesentwurf, der erstmals bundesweite Grenzwerte für diese langlebigen Chemikalien einführen würde.

Kanada hat mit der Gründung einer Nationalen Wasseragentur, finanziert durch den Freshwater Action Plan in Höhe von C$ 650 Millionen, eine strukturelle Neuausrichtung eingeleitet. Ziel ist eine zentralisierte Steuerung von Wasserpolitik und Investitionen in klimaresiliente Infrastrukturen.

Auch in Europa steht Wasser verstärkt im Fokus. die Haushaltsplanung der EU ab 2027 priorisiert Investitionen in wasserbezogene Resilienz und Effizienz. In Grossbritannien setzt Regulator OFwat seine Sanktionspraxis fort und schlägt ein Strafpaket von £24 Millionen gegen South West Water vor – eine Reaktion auf wiederholte Verstösse, die gleichzeitig Infrastrukturmodernisierung anstösst.

Übernehmensergebnisse: Stabilität und Wachstumsimpulse

Trotz eines anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfelds präsentierten sich viele Unternehmen im Wassersektor widerstandsfähig.

  • Xylem überzeugte mit einem organischen Umsatzwachstum von 6% und einem EPS-Anstieg von 16%. Die starke Nachfrage in allen Geschäftsbereichen veranlasste das Unternehmen, seine Jahresprognose anzuheben.
  • Mueller Industries verbuchte ein Rekordquartal mit einem Umsatzplus von 14% und einem EPS von 2.22 US-Dollar. Die Geschäftsführung hob insbesondere die strategische Rolle des Segments Wasserinfrastruktur hervor.
  • Webuild meldete ein Umsatzwachstum von 22%, getrieben durch Urbanisierung und Energiewende. Besonders hervorzuheben ist der fortschritt beim Bau von Lateinamerikas grösster Abwasseraufbereitungsanlage.
  • Veralto kombinierte ein Umsatzplus von 6.4% mit zweistelligem EPS-Wachstum und investierte zudem EUR 20 Millionen in einen Technologie-Fonds für innovative Wasserlösungen.
  • Sulzer erziehlte im ersten Halbjahr 6.3% Umsatzwachstum bei einer EBITDA-Marge von 14.4%. Die Division Flow Equipment zu der auch wassermärkte gehören, verzeichnete einen Zuwachs von 10%. Die Strategie «Sulzer Excellence» zeigt weiterhin Wirkung.

Auch Unternehmen unter stärkerem Margendruck Anpassungsfähigkeit: A. O. Smith steigerte den Gewinn trotz stagnierender Umsätze – begünstigt durch 19% Wachstum in Indien. Pentair konnte mit einem Umsatzanstieg im Pool- Segment von 9% inflations- und zollbedingte Belastungen kompensieren.

Technologischer Fortschritt und Innovationsdynamik

Die Innovationskraft im Wassersektor bleibt hoch. In Grossbritannien implementiert Southern Water ein KI-basiertes System zur vorausschauenden Wartung von über 3’500 Abwasserpumpen. Ziel ist die Vermeidung technischer Ausfälle durch Echtzeitüberwachung nd maschinelles Lernen – ein Beispiel für praxisnahe Digitalisierung.

In den USA startete New York City ein Water Tech Incubator zur Erprobung neuer Infrastrukturlösungen im laufenden Betrieb. Der Fokus liegt auf der Ingetration innovativer Technologien in kommunale Wassersysteme – ein Modell für erfolgreiche öffentlich-private Kooperationen.

Zudem haben sich die international Water Association (IWA) und die International Society for Trenchless Technology zusammengeschlossen, um grabenlose Rohrsanierungstechniken zu fördern. Diese Technologien ermöglichen effiziente Netzerneuerungen bei minimaler Störung – ein Wachstumstarkes Segment angesichts global alternder Infrastruktur.

Klimaanpassung und ESG: Wasser im Kontext des Wandels

Die zunehmende Wasserknappheit infolge klimatischer Extremen rückt das Thema Resilienz ins Zentrum. Die EU verfolgt mit ihrer Water Resilience Strategy gezielt Massnahmen zur Förderung von Wiederverwendung, Speicherung und Effizienz.

Auch Versorger handeln: In England führte Yorkshire Water Sprengverbote ein und verzeichnete daraufhin einen Rückgang des Wasserverbrauchs um 10%. Uisce Éireann, Irlands nationale Wasserbehörde, präsentierte einen langfristigen Infrastrukturplan bis 2050 mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit.

Parallel dazu steigen Investitionen in ökologische Modernisierungen: Severn Trent investiert £24 Millionen in eine verbesserte Phospatreduktion an seinem Standort in Worcester. South West Water setzt £20 Millionen für die Sanierung von Überlaufanlagen ein – eine Folge regulatorischer Vorgaben, die langfristig zur ökologischen Verbesserung beitragen.

Auf globaler Ebene sicherte sich Veolia den Zuschlag für den Bau der fortschrittlichsten industriellen Wasserwiederaufbereitungsgsanlage in Brasilien – ein zukunftsweisendes Projekt zur Bekämpfung von Wasserstress.

Fazit

Der Juli hat einmal mehr gezeigt: Wasser bleibt eine essenzielle Ressource mit wachsender wirtschaftlicher Relevanz. Zischen regulatorischem Wandel, technologischer Erneuerung und ESG-getriebenen Investitionen bietet der Wassersektor nachhaltige Chancen – für Umwelt, Gesellschaft und Kapital.

 

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Bilder: Jürg Kaufmann, Lucia Hunziker, Marijke Vosmeer